Arbeit als Diener Christus

Arbeit als Diener Christus

Tobias Gronauer (2003-07-25 01:20:17)

Was ist ein Christ ? Besser noch : Wer ist ein Christ ?

In einem Buch des NT, der Apostelgeschichte, wird die Herkunft dieser
Bezeichnung erklärt. Viele der Anhänger von Jesus flohen nach einer
Verfolgung in Jerusalem und Judäa in die Nachbarländer und ließen sich
dort nieder. Einige gelangten auch in die Stadt Antiochia, eine der
größten Metropolen des röm. Reiches (im Gebiet des heutigen Syrien).
Dort, so wird dann weiter berichtet, kam zuerst die Bezeichnung Christen
für die Anhänger Jesu auf. Das dafür gebrauchte griechische Wort lautet
christianos, wörtlich ein Christianer, also ein Christusmensch.
Hier ist der Ursprung der Bezeichnung Christ. Ein Christ definiert sich
also von Christus her.
Darum geht es beim Christsein entscheidend : um die Beziehung zu Jesus
Christus. Ob jemand Christ ist, hängt davon ab, ob er eine Beziehung zu
Jesus Christus hat. Da ist der Kernpunkt.
Und : Um Christ zu sein, braucht man diese Beziehung zu Christus.
Auch das ist klar : Wer Christ sein will, muss Christ werden. Christ
werden - darum geht es im Folgenden. Christ werden ist keine Forderung,
sondern ein großartiges Angebot, das nicht zu überbieten ist. Es ist das
Angebot einer Lebenserneuerung. Dieses Angebot macht uns Gott selbst :
durch Jesus Christus.

Wer ist kein Christ

Was macht einen Christen aus ? Bei dieser Frage bestehen häufig
Missverständnisse. Ds Wort Christ wird oft sinnentfremdet oder in einer
anderen Bedeutung gebraucht. Im Folgenden will ich aufgrund der
Definition des NT einige Missverständnisse ausräumen.

Missverständnis 1 : Christ ist, wer ein guter Mensch ist

Dies ist das moralische Missverständnis. Es ist sehr verbreitet. Manche
Menschen fühlen sich angegriffen, wenn sie auf die Notwendigkeit
hingewiesen werden, zu Jesus Christus umzukeheren: "Ich bin ein guter
Christ! Ich bin nicht schlechter als andere."
Aber Christsein ist nicht gleichbedeutend mit "moralisch sein". Ein
gutes Leben allein macht noch niemanden zum Christen. Auch
Nichtchristen, zum Beispiel Anhänger anderer Religionen, können ein
moralisch hoch stehendes Leben führen.
Auf der anderen Seite gibt es Christen, die aus einem unmoralischen oder
ungeordneten Leben kommen und jetzt eine Beziehung zu Jesus Christus
gefunden haben. Sie müssen noch mühsam daran arbeiten, ihr Leben neu zu
ordnen. Rein moralisch beurteilt bleiben sie vielleicht hinte rmanchem
Nichtchristen zurück. Und doch sind sie Christen geworden, weil sie in
Gemeinschaft mit Jesus Christus ihr Leben gestalten.

Missverständnis 2 : Christ ist, wer Mitglied einer Kirche ist

Auch dieses Missverständnis enthält, wie das vorige, einen wahren Kern.
Christen sollten danach streben, "gute Menschen" zu werden. Und
natürlich gehört das zum Christsein : Ein Christ lebt seinen Glauben in
der Gemeinschaft mit anderen Christen, also in einer christlichen
Gruppe, in einer Gemeinde oder Kirche. Und doch macht allein die
Mitgliedschaft in einer Kirche noch niemanden zum Christen. Niemand ist
schon allein deshalb ein Auto, weil er in einer Garage geboren wurde.
Ebenso kann ein Mensch getauft, gefirmt oder konfirmiert und sogar ein
regelmäßiger Kirchgänger sein, ohne wirklich Christ zu sein. Auch die
aktiven Mitarbeiter einer christlichen Gemeinde macht noch niemanden zum
Christen.
Jesus selbst machte auf diese traurige Gefahr der Selbsttäuschung
aufmerksam : "Am Tage des Gerichts werden viele zu mir sagen : Herr,
Herr!
In deinem Namen haben wir Weisungen Gottes verkündet und viele Wunder
getan. Und trotzdem werde ich das Urteil sprechen : Ich habe euch nie
gekannt !"
Wichtig ist also nicht, zu welcher Gruppe oder Gemeinde jemand gehört
oder was er für Gott tut, sondern ob ein Mensch Gott persönlich kennen
gelernt hat.

Missverständnis 3 : Christ ist, wer religiöse Erfahrungen macht

Ebenso wenig wie Moral oder Kirchenzugehörigkeit machen religiöse
Erfahrungen einen Menschen zum Christen. Erhebende Gefühle, bewegende,
das Alltägliche übersteigende Erlebnisse können uns in vielen
verschiedenen Situationen erfassen. Eine meisterhaft gespielte
Symphonie, eine Wanderung in den Alpen oder ein feierlicher Gottesdienst
können uns zutiefst bewegen. Solche Erfahrungen allein aber führen noch
nicht ins Christsein, obwohl sie sicherlich auch Hinweise auf Gott
enthalten können. Entscheidend ist nicht ein Gefühl, sondern der Inhalt,
aus dem dieses Gefühl gespeist wird. Für den Christen ist Jesus Christus
der Inhalt, der alles bestimmt. Von ihm erfasst, können wir dann auch
tiefe religiöse Erfahrungen machen. Aber das Christsein baut nicht
darauf auf. Die Verbindung zu Jesus Christus übersteigt alle moralischen
Anstrengungen, alles kirchliche Engagement und alle religiöse Erhebung.

Das Verständnis der Bibel : Christsein bezeichnet die Lebensverbindung
mit Jesus Christus

Christsein heisst : in Verbindung mit Christus leben. Die
unverwechselbare, personhafte, existenzielle, andauernde Beziehung zu
Jesus Christus ist Merkmal und Inhalt des Christseins. Christsein
heisst, sein Leben in dieser persönlichen Beziehung, in Freundschaft mit
Jesus Christus zu führen. Hier ist die unveränderliche Mitte. Die Wege
in diese Mitte hinein können jedoch sehr unterschiedlich sein. Gott hat
jeden einzelnen Menschen individuell geschaffen. Die Lebensumstände
keiner zwei Menschen sind gleich. Der Ausgangspunkt mag unterschiedlich
sein. Aber das Ziel und die Richtung sind klar. Jesus ruft uns zu sich
selbst: "Kommt doch zu mir!" "Wer durstig ist, soll zu mir kommen und
trinken."
Den Weg zu Jesus möchte ich als Christwerden bezeichnen.
Den Weg in der Gemeinschaft mit Jesus nenne ich Christsein.

Der Weg zu Jesus

Beim Lesen der Evangelien können wir mitverfolgen, wie Jesus Menschen
begegnete und wie er sie in eine Beziehung zu sich brachte. Keine dieser
Begegnungen verläuft gleich. Jesus geht nicht nach einem Schema vor,
sondern geht auf jeden Einzelnen persönlich ein. Dem intellektuellen,
angesehenen religiösen Führer begegnet er anders als dem einfachen
Fischer vom See Tiberias. Dem reichen, jungen Mann sagt er etwas anderes
als der armen Witwe. Die stadtbekannte Prostituierte spricht er anders
an als den gesetzestreuen Juden. Das ist ein Wesensmerkmal der
gewinnenden Liebe, die Jesus Christus gelebt hat. Niemals ging es ihm um
die Form. Immer ging es ihm um den Menschen. Das gilt heute in derselben
Weise. Jesus begegnet den Menschen auf ihrer Ebene, auf der Ebene ihrer
Fragen, ihrer Bedürftigkeit, ihrer Zweifel und Angst, ihrer Not und
ihrer Schuld. Er kann sich ganz in unsere Lage hineinversetzen. Seine
"Allgegenwart" ist kein theoretischer Glaubenssatz, sondern eine direkte
Zusage an uns. Jesus Christus spricht sein Wort der Einladung direkt in
unsere Lebenssituation hinein. Sein Angebot der Lebenserneuerung gilt
jedem, egal wo wir stehen. Wer dies weiß und darauf reagiert, vielleicht
noch zaghaft, geht schon die ersten Schritte ins Christsein hinein.
Damit beginnt das Christwerden: auf den Ruf von Jesus Christus zu
antworten; herauszutreten aus dem alten Lebensgefüge, das unser Leben
bislang prägte, und hineinzutreten in Gottes Wirklichkeit.
Hervorzukommen aus den Verstecken und den Sackgassen, hinein in sein
Licht und auf seinen Weg. Das ist die Umkehr zu Gott. Wollen, Denken und
Handeln schlagen eine neue Richtung ein.

Die Geschichte einer Umkehr

Jesus erzählte eine unvergleichliche Geschichte. Es ist die Geschichte
von jedem Menschen, auch deine und meine Geschichte. Der Sohn war
fortgegangen aus dem Haus seines Vaters. Er hatte sein Erbe
eingefordert, obwohl der Vater noch lebte. Der Vater hatte es ihm
ausgezahlt. So lebte er noch in der Ferne auf Kosten des Vaters. Dass
man Liebe nicht kaufen kann, merkte er erst, als es zu spät war. Alles,
was er mitgebracht hatte, war verbraucht. Er hatte keine Reserven mehr.
Mit dem Geld verließen ihn auch die Freunde. So fand er sich ausgestoßen
draußen vor der Tür vor. ein halbwegs mitleidiger Landwirt ließ ihn
Schweine hüten. Zu essen gab er ihm aber nicht. Dort bei den Schweinen,
am Ende seines Weges, kam er zur Besinnung. In dieser ausweglosen Lage
kam ihm die Erinnerung an das Haus des Vaters. "Selbst die geringsten
Arbeiter dort haben es besser als ich, der ich doch eigentlich ein Sohn
bin!" Aber seine Stellung als Sohn hatte er verspielt - so dachte er
jedenfalls. "Ich will umkehren und zu meinem Vater gehen. Ich will meine
Schuld zugeben und ihn bitten, dass ich wie ein geringer Lohnarbeiter
bei ihm unterkommen kann." Stolz und reich war er ausgezogen, abgebrannt
und reumütig kam er zurück. Der Vater sieht ihn schon von weitem kommen.
Er rennt, ganz ungebührlich, auf ihn zu. "Vater, ich habe falsch
gehandelt! Ich bin es nicht wert, dein Sohn zu sein. Lass mich nur wie
einen deiner letzten Arbeiter sein." Doch der lässt ihn gar nicht
ausreden. Keine Strafpredigt, keine Drohung - er umarmt und küsst ihn.
Nach einem ausgiebigen Bad gibt es neue Kleider, Schuhe und den
Siegelring, der ihn als Sohn mit allen Rechten auszeichnet. Und dann
fängt das Fest an, mit dem Besten, was man hatte, eine rauschende Feier
mit Musik und Tanz. Diese Geschichte gehört zu den bekanntesten des NT.
Sie wird häufig als die "Geschichte vom verlorenen Sohn" bezeichnet.
Doch eigentlich sollte sie die "Geschichte von der Freude des Vaters"
heißen. Denn darum geht es im Tiefsten. Jesus zeichnete in dieser
Geschichte nicht nur das Bild von uns Menschen, sondern auch ein Bild
von sich selbst. Er ist der Gott, der uns auf den Straßen unseres Lebens
weit entgegenläuft. Er wartet auf uns und empfängt uns gerne, wenn wir
uns aufmachen, heimzukehren in das "Vaterhaus" der Gegenwart Gottes. Das
ganze Leben von Jesus war ein einziges Entgegenkommen. Seine Zuwendung
galt allen in gleicher Weise: Kindern und Alten, Angesehenen und
Ausgestoßenen, Kranken und Gesunden. Er stieß keinen von sich weg. Jesus
war auf der Suche nach Menschen, die sich auf ihrem Lebensweg verlaufen
hatten. Er lud sie zu sich ein. Er forderte sie heraus mit der Wahrheit
Gottes. Er rief sie zu einer grundsätzlichen Lebenswende. Nie aber
versuchte er, einen Menschen zu etwas zu zwingen. Er konnte Menschen
gehen lassen, wie der Vater in seiner Geschichte. Er machte keinen
Menschen von sich abhängig, sondern stellte ihn in Freiheit. Es ist die
Freiheit der Entscheidung für oder gegen ihn.

Die Geschichte einer Entscheidung

Es ist meine eigene Geschichte. Weil meine Eltern stark in der Kirche
engagiert waren, kannte ich von klein auf die biblische Botschaft.
Dennoch war ich nicht frei für Jesus. Im Rückblick kann ich erkennen,
dass ich in mir selbst gefangen war. Meine IchSucht aufgrund von
Minderwertigkeitsgefühlen führte zur IchSucht. Ein Wechselbad aus
Hochmut und Niedergeschlagenheit, Sehnsucht und Trauer verdunkelte früh
die Seele. Dennoch konnte ich immer wieder Freude und Geborgenheit durch
die Nähe Gottes erfahren. Aber ich verrannte mich immer mehr in mich
selbst. Krampf statt Freude, Angst statt Gelassenheit prägten mein
Leben. Eines Nachts, ich konnte nicht schlafen, hörte ich Gottes Reden.
Nicht akustisch, aber ganz klar. Vor meinem inneren Auge sah ich
deutlich zwei Wege. Und mir wurde klar, dass ich mich zwischen ihnen
entscheiden musste :

- Der eine war der Weg, in dem ich mich selbst bestimmte. Ein Weg in der
Selbstführung, wo ich meine Gaben und Talente ganz zum Einsatz brächte,
mich selbst aufbaute und meine Fhäigkeiten voll ausnutzen würde, um mich
zu finden und zu bestätigen und ds Beste aus meinem Leben zu machen. Der
Weg der Selbsterhaltung und der Selbstüberhöhung, der sich letztlich
doch nur in der Belanglosigkeit verlieren würde. Mein Weg, der Weg
meines Ichs, ohne Gott.

- Ebenso deutlich sah ich den anderen Weg, der auf den ersten Blick
schwerer schien. Ein Weg, der von mir Hingabe und Demut verlangt, ein
Weg, auf dem ich es zulasse, dass Jesus mich führt. Ein Weg, wo Jesus
die Regie führt und nicht ich selbst. Ein Weg, der vor Hindernissen
nicht Halt macht. Ein Weg mitten durch Schwierigkeiten bis zum Ziel, as
Gott meinem Leben gesetzt hat. Ein Weg des Sterbens, der zum Leben führt.

Diese Alternative erfasste mein Herz in jener Nacht. Ich wusste, dass es
letzten Endes nur diese beiden Wege gibt. Und ich hörte das Reden von
Jesus in meinem Innern : "Du selbst musst wählen, welchen Weg du gehen
willst. Doch ich lade dich ein, dich mit mir auf dne Weg zu machen."
Das Bild von den beiden Wegen, zwischen denen ein Mensch wählen kann,
hat Jesus selbst gebraucht.In der berühmten Bergpredigt sagt er : Geht
durch die enge Tür! Denn das Tor, das ins Verderben führt, ist breit und
die Straße dorthin bequem. Aber die Tür, die zum Leben führt, ist eng
und der Weg dorthin anstrengend. Nur wenige gehen ihn."
Schon das ist ein Reden Gottes, wenn man überhaupt diese Entscheidung,
diese beiden Wege erkennen kann. In jener Nacht sah ich sie und wählte
den Weg mit Jesus. Ein erfahrener Christ half mir dabei, diese
Entscheidung vor Gott in einem Gebet auszudrücken und festzumachen.
Das geschah allerdings nicht mit fliegenden Fahnen oder voller
Selbstvertrauen. Ich wusste, dass ich aus eigener Kraft nicht auf diesem
Weg bleiben konnte. Mein Gebet war : "Jesus, ich will auf deinem Weg
gehen. Ich weiß aber, dass ich es nicht allein kann. Du musst mir helfen
und mich selbst an die Hand nehmen. Ich will mich für dich entscheiden -
bitte hilf mir, dass ich durchhalte!"
Und so konnte ich durch die "enge Tür" hindurchgehen. Und ich merkte,
dass meine Entscheidung für Jesus, die so schwach und angefochten war,
getragen und umschlossen war von der ewigen Entscheidung Gottes für
mich. Ich brauchte den Weg nicht allein zu gehen. Jesus ist mit mir auf
dme Weg.

Die Geschichte einer Befreiung

Meine Gesprächspartnerin war schon immer religiös interessiert gewesen.
Der Materialismus, den sie bei vielen Menschen um sich herum sah, stieß
sie ab. Ihre Eltern, die auch für höhere Dinge offen sein wollten,
hatten sie auf eine Schule geschickt, in der besonders die geiste
Weiterentwicklung der Person auf dem Programm stand. Das Bewusstsein für
die Zusammenhänge von Natur und Geist und die Suche nach einem freien,
unabhängigen Menschsein gehörten zur Grundausstattung ihrer Ausbildung.
Bald schon machte sie übernatürliche Erfahrungen.
Bewusstseinserweiterungen durch Kontakt mit übergeordneten Geistwesen -
das schin ihr der Weg zur Erfüllung zu sein.
Jesus Christus kam auch in ihrem Denksystem vor, aber nur als eine von
mehreren Möglichkeiten, an verborgenes Wissen zu gelangen. Dann traf sie
mit Menschen zusammen, die dem wirklichen Jesus Christus nachfolgten.
Ihr wurde deutlich, dass hier zwei völlig unterschiedliche
Lebenskonzepte vorlagen. Die Worte des Jesus von Nazaret, ohne Umdeutung
durch das antrainierte mystisch-religiöse Denksystem, wurden zu einem
Stachel in ihrer Seele. Besonders die absolut klingenden Aussagen von
Jesus machten ihr zu schaffen. "Ich bin der Weg, der zur Wahrheit und
zum Leben führt. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht."
Dieser Anspruch stand in völligem Gegensatz zu dem, was sie bislang
geglaubt hatte. Konnte das wahr sein ? So kämpften zwei entgegengesetzte
Kräfte um ihr Herz und ihr Denken.
Der Konflikt spitzte sich immer mehr zu. Letztlich lief es darauf
hinaus. Selbsterlösung und geistige Höherentwicklung aus eigener Kraft -
oder Erlösung durch Jesus. Mehr und mehr erkannte sie ihre bisherige
Lebensphilosophie als Gefängnis. Der Weg der Selbsterlösung war eine
Sackgasse, in die sie von Mächten getrieben wurde, die sich immer mehr
zwingend auf sie legten.
In dieser Situation wandte sie sich in einem Gebet an Jesus. In diesem
Gebet lud sie ihn ein, ihr zu begegnen, ihr nahe zu sein und alle
anderen Mächte in ihr zu überwinden. In den Wochen und Monaten, die
folgten, wuchs ihre Gesprächsbeziehung zu Jesus ständig. Sie stellte
sich bewusst in eine christliche Gemeinschaft hinein und erlebte
Veränderung.
Und doch war ihr Denken noch stark von der Philosophie der
Selbsterlösung geprägt. Geiste Erlebnisse, die ihren Ursprung nicht im
Guten Geist Jesu Christi, sondern in unheimlichen Mächten hatten,
drängten sich ihr auf. Es stellten sich Störungne in ihren Gebeten ein.
Träume übersinnlichen Inhalts ängstigten sie.
So kam sie zu uns. Wir beteten miteinander, die Mächte verloren ihre
Macht. Sie sagte sich von ihnen los. Seither ist ihre Macht gebrochen.
Sie kann Jesus klarer sehen als vorher. Die übersinnlichen Erfahrungen
haben ein Ende gefunden. Stattdessen wächst die wirkliche
Gottesbeziehung, wachsen Freude, Vertrauen und Friede.
Drei Geschichten von Menschen, die auf der Suche waren. Alle drei sind
wahr. Sie stehen für viele andere. In jeder sehen wir einen bestimmten
Aspekt des Christwerdens : UMKEHR, ENTSCHEIDUNG, BEFREIUNG

Umkehr - wie bei dem Sohn, der zum Vater zurückkehrt
Entscheidung - zwischen zwei Lebenswegen
Befreiung - von verführerischen Mächten und Weltanschauungen

In jedem Fall mussten konkrete Schritte gegangen werden. Auf dem Weg zu
Gott kommt es letztlich nicht so sehr darauf an, welchen Schritt jemand
zuerst tut; wichtig ist, dass er überhaupt anfängt zu gehen. Nur darüber
nachzudenken, ist nicht genug. Ein konkreter Anfang ist gefragt.

Bilder des Christwerdens

In der Bibel werden verschiedene Begriffe und Bilder gebraucht, um den
Weg des Christwerdens zu beschreiben. Sie zeigen jeweils einen Teil des
ganzen Vorgangs. Denn wenn jemand Christ wird, hat das Auswirkungen in
allen Bereichen seines Lebens, bis in die weiteste Zukunft hinein. So
kann jedes Bild nur einen Teil dieses Vorgangs verdeutlichen. Ich will
einige nennen :

Christwerden ist wie eine Geburt :

Die Antwort gibt Jesus dem einflussreichen Theologen Nikodemus :"Nur wer
von neuem geboren ist, wird Gottes neue Welt zu seen bekommen." Was er
sagen will, ist klar. Eine Geburt ist ein passiver Vorgang. Man wird
geboren, ohne gefragt zu sein. Das Geschenk des Lebens überrascht uns.
Ebenso ist es mit dem Christwerden und Christsein. Gott ist es, der das
"neue Leben" schenkt. Er ist letztlich der Handelnde. Er ruft uns in die
neue Existenz als Christen. Das Entscheidende tut Gott, nicht wir
Menschen. Noch etwas Weiteres sagt der Vergleich mit einer Geburt. Sie
geschieht nicht von heute auf morgen. Sie ist von langer Hand
vorbereitet. So wie der Same das Ei befruchtet, dieses sich einnistet
und in der Verborgenheit wächst, so ist es mit dem Christwerden.
Irgendwann trifft uns ein Wort von Gott, ein Wort der Bibel: eine
Zusage, eine Tröstung, eine Herausforderung. Wir nehmen dieses Wort an
und geben ihm Raum, vielleicht ganz tief im Herzen verborgen. Dort
wächst es, wird stark und lebensfähig, bis schließlich aus dem Samen des
Wortes von Gott ein neues Leben von Gott entsteht. Das ist der tiefste
Sinn der biblischen Aussage, dss wir "Kinder Gottes" werden und sein
sollen. Christsein kann niemand für sich selbst produzieren. Christen
sind aus dem Willen und aus dem Wort Gottes geboren. Gott selbst hat das
neue Leben in uns hervorgebracht. "Manche nahmen ihn (=Jesus) auf und
schenkten ihm ihr Vertrauen. Ihnen gab er das Recht, Kinder Gottes zu
werden. Das wurden sie nicht durch natürliche Geburt oder weil Menschen
es so wollten, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gab."

Christwerden ist ein Herrschaftswechsel

Es stimmt nicht, dass der Mensch letztlich autonom ist. Immer wird er
von etwas bestimmt. Die Frage ist nur, was das ist. Martin Luther hat
einmal gesagt : Der Mensch ist wie ein Lasttier: entweder wird er von
Gott geritten oder vom Teufel. Was einen "reitet", beherrscht und
niederdrückt, weiß man selbst am besten. Jesus lädt jeden ein, zu ihm zu
kommen, wie er ist. Wir müssen uns nicht zuerst selbst verbessern oder
reinigen. Jesus bietet uns die entscheidende Hilfe an: "Ich will euch
die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe auf keinen herab.
Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer
Leben Erfüllung. Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu
tragen gebe, ist keine Last.
Die Herrschaft der Sorge, der Angst, der Gier, der Eifersucht, des
Neids, der Unreinheit und Unversöhnlichkeit und aller anderen
Destruktivmächte wird gebrochen, wenn Jesus Herr in unserem Leben wird.
Das christliche Urbekenntnis lautet : "Jesus ist der Herr!" Das bedeutet
: "Jesus ist Herr über alles, und er ist auch mein Herr!" Wer das
ehrlich sagt, ist Christ. Seit Jesus von den Toten auferstanden ist, kan
ihm nichts und niemand die Herrschaft mehr streitig machen. Es ist die
wohltuende Herrschaft des "Friedensfürsten", unter der wir aufatmen und
neue Kraft schöpfen. Christwerden ist ein Herrschaftswechsel. "Gott hat
uns aus der Gewalt der dunklen Mächte gerettet und uns unter die
Herrschaft seines geliebten Sohnes gestellt. Durch ihn hat er uns
befreit. Seinetwegen vergibt er uns unsere Schuld."

Christwerden ist der Gang zu einem Fest

Dieses Bild stammt ebenso wie die anderen von Jesus selbst. Er verglich
die Herrschaft Gottes mit einem großen, festlichen Abendessen. Schon
lange vorher hatte der Gastgeber die Gäste eingeladen. Als alles fertig
war und das Fest beginnen sollte, kamen sie nicht. Jeder hatte eine
andere Ausrede. Ihr Alltag war ihnen wichtiger als das Fest, das für sie
vorbereitet war. Jesus erzählt weiter : "Da wurde der Herr zornig und
befahl seinem Diener: "Lauf schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt
und hol die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten her. Geh auf die
Feldwege und an die Hecken und Zäune und dränge die Leute zu kommen,
damit mein haus voll wird!"
Gott lädt uns ein zu seinem Fest. Er will uns beschenken. Er will uns
satt machen mit guten Dingen. Freude, Heilung, Versöhnung, Sinn,
Geborgenheit und Gemeinschaft warten auf uns. Das Fest kann losgehen.
Oder doch noch nicht ? Gott will warten, bis auch wir hereinkommen und
an seinem Tisch Platz genommen haben. Es ist noch ein freier Platz für
uns an der Festtafel. Alles ist bereit. Auf dem gedeckten Tisch steht
eine Platzkarte mit unserem Namen. Christwerden ist der Gang zu Gottes
Fest. Christsein ist das Fest. Bei Gott ist die Festfreude an der
Tagesordnung. Gemeinschaft, Beziehung, Musik, ein sättigendes Mahl, neue
Freunde, Kreativität, Spaß und Harmonie kennzeichnen die Atmosphäre der
Gegenwart Gottes. Wir sind zum Fest eingeladen. Das ist wirklich so,
auch wenn wir es nicht erwarten. Der junge Mann in unserer ersten
Geschichte wusste das nicht. Er erwartete alles beim Vater, nur kein
Fest. Und doch war es wahr.

Wie man Christ werden kann

Eine neue Geburt, ein Herrschaftswechsel, der Gang zu einem Fest:
Bilder, die Jesus gebrauchte, um uns in seine Gemeinschaft zu locken.
Christwerden - die Eingangstür zum Christsein, zum Leben mit gott.
Christ wird, wer durch die Tür hineingeht, wer auf den Ruf von Jesus
antwortet. Wie kann das konkret geschehen ?
An dieser Stelle hört das riene Nachdenken auf. Jetzt sind bewusste
Schritte dran. Der große Theologe Martin Kähler (1835-1912) schrieb ein
Gebt auf, das an dieser Stelle helfen kann:
"... der Herzen wendet, dass man dich sucht, Verborgener, Offenbarer, so
nah und so fern, du einiger wahrer Herr aller Herrn: hilf aus den
Gedanken ins Leben hinein, ganz ohne Wanken dein Eigen zu sein."
Wer so weit gefolgt ist, den lade ich ein, noch weiter mitzukommen.
Nachdenken allein führt nicht mehr weiter. Ich möchte jetzt persönlich
werden. Was kannst du tun, um Christ zu werden ? Welche Schritte sind
notwendig ?

1. Schritt : Du kannst hören

Gott möchte mit dir sprechen, ganz persönlich und ganz in deine
Situation hinein. Richtiger gesagt : in dein Herz hinein, in die Mitte
deiner Person. Er möchte mit dir sprechen wie ein Freund mit seinem
Freund. Sein Reden ist oft leise und leicht zu überhören. Viele andere
Stimmen versuchen, die Stimme Gottes in unserem Leben zu übertönen. Jesu
sagt : "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme
hört und öffnet, werde ich bei ihm einkehren."
Die Stimme von Jesus hören - wie sieht das praktisch aus ? Eine
Möglichkeit : Nimm dir eine Bibel zur Hand - möglichst in einer modernen
Übersetzung - und lies eins der Evangelien aufmerksam durch . Die
Evangelien sind die Lebensberichte von Jesus. Stelle dir dabei folgende
Fragen:
- Was wird hier über Jesus ausgesagt ?
- Was sagt gott mir durch diese Worte über mich selbst ?
- Was sagt er mir über den Weg zu Jesus ?
Du fragst also beim Leben im Neuen Testament : Wer ist Jesus ? Wer bin
ich vor Gott ? Wie sieht der Weg zu Jesus aus ? Wenn du auf diese Weise
"hörend" die Bibel liest, kann das Wunder geschenen, dass Gott dich
durch sie direkt anspricht. Was er dir sagt, setze dann in die Tat um.
Wenn dir etwas klar wird, handle entsprechend. Dann wirst du erfahren,
wie Gott immer weiter mit dir redet; und du wirst immer mehr in der Lage
sein, seine Stimme von den anderen Stimmen in dir und um dich herum zu
unterscheiden. Auf dem Weg des Hörens und Tuns erkennst du immer mehr,
wer Jesus ist.

2. Schritt : Du kannst beten

Kommunikation ist das Kennzeichen einer lebendigen Beziehung: zuhören,
miteinander sprechen, einander antworten. Gebet ist der Weg der
Kommunikation mit Gott. Beten ist der Draht, der uns mit Gott verbindet.
Es kommt nicht auf den Wortlaut unserer Gebete an. Es geht nicht um eine
Formel oder ein Ritual. Gebet ist vielmehr der Ausdruck von dem, was in
unserem herzen ist. Unser Beten kann sehr unbeholfen sein. Das macht
nichts. In der Bibel finden wir viele Beispiele von Gebeten, die ein
erster Kontakt zu Jesus Christus sind oder die ein abgebrochenes
Gespräch wieder aufnehmen. Meist sind sie sehr kurz. Und doch sind sie
der Anfang eines Gesprächs, das nie mehr abbricht und ein ganzes Leben
verändert. Ich nenne einige davon:
- "Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!" So betete
ein Ausbeuter, als er zu Gott umkehrte.
- Ein Blinder am Straßenrand in Jericho rief: "Jesus, Sohn Davids! Hab
Erbarmen mit mir!"
- Und als der Christenverfolger Paulus auf der Straße nach Damaskus
erkennen musste, dass er gegen Gott kämpfte, war sein entscheidendes
erstes Gebet : "Wer bist du, Herr ?"
Du kannst beten. Du kannst Gott dein Herz ausschütten. Gott möchte keine
wohlklingenden Worte. Er möchte in ein echtes, ehrliches Gespräch mit
dir eintreten. Am Schluss findest du ein Gebet, ds dir bei der
Kontaktaufnahme mit Gott helfen kann.

3. Schritt : Du kannst Schuld bekennen und loslassen

Wie der heimkehrende Sohn in der Geschichte, die Jesus erzählt, kannst
du vor Gott ehrlich werden. Du kannst ihm die Niederlagen und
Dunkelheiten deines Lebens sagen. Du kannst vor Gott ausdrücken, was
dich an Schuld und Versagen belastet. Es gibt die Zusage der Bibel:"
Wenn wir unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen,
dass Gott Wort hält: Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und
alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben."
Dafür hat Jesus mit seinem Leben gebürgt. Dafür ging Jesus ans Kreuz.
Dafür hing er zwischen Himmel und Erde und starb als verurteilter
Verbrecher. Dort nahm er alle Sünde und Schuld der Menschen mit in den
Tod. Als Jesus am Kreuz starb, hat er auch an uns gedacht und unsere
Schuld auf sich genommen. Der Gerechte starb für die Ungerechten, der
Gottessohn für die Gottlosen, damit wir leben können. "Christus starb
für uns, als wir noch Gottes Feinde waren. Damit hat Gott uns gezeigt,
wie sehr er uns liebt. Als wir noch Gottes Feinde waren, hat Gott durch
den Tod seines Sohnes unsere Feindschaft überwunden."
Deshalb sind die ausgebreiteten Arme von Jesus am Kreuz nichts anderes
als die offenen Arme des Vaters, der seinem Kind alles vergibt und es
hineinnimmt in das Fest der Freude. Das ist das Geheimnis des Kreuzes
von Jesus : Die scheinbare Niederlage wird zum größten Sieg. Gott selbst
überwindet die Macht der Dunkelheit.
Jesus Christus blieb nicht im Tod. Er ist von den Toden auferstanden und
hat so die Macht des Todes überwunden. Sein neues Leben ist
unzerstörbar: "Hab keine Angst! Ich bin der Erste und der Letzte. Ich
bin der Lebendige! Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit. Ich
habe Macht über den Tod und die Totenwelt. Durch die Auferstehung von
Jesus gibt es die Möglichkeit eines neuen Lebens. Nie mehr dürfen
Todesmächte uns von Gott trennen, keine Schuld, keine Angst. Keinen
Augenblick länger brauchen wir in der Dunkelheit der Gottesferne zu
bleiben. Wenn wir Schuld verheimlichen, binden wir uns an sie und werden
weiterhin von ihr geprägt. Wenn wir unsere Schuld jedoch vor Gott offen
beim Namen nennen, werden wir von ihr gelöst und frei. Dieser Schritt
ist sicher nicht leicht. Aber er ist wichtig und grundlegend für eine
Umkehr zu Gott. Es ist oft hilfreich, ihn in der Gegenwart eines anderen
Christen zu tun. Der andere ist dann der Zeuge des Gesprächs zwischen
Gott und dir. Das ist der Sinn dieses Bekenntnisses. Seine Schuld beim
Namen zu nennen - manchen nennen dies "Beichte" - ist kein Zwang,
sondern ein Angebot, das helfen soll, die Sündenvergebung wirklich
anzunehmen. Wer so seine Schuld bei Gott ablädt, bekommt Freude und
neuen Mut. Du kannst als Sünder, als fehlerhafter und schwacher Mensch,
zu Gott kommen. Du musst nicht erst fromm oder heilig werden. Gott nimmt
dich so, wie du bist, aber er lässt dich nicht so. Er will und wird dich
verändern, wenn du dich ihm anvertraust.

4. Schritt : Du kannst dich von allen negativen Mächten lossagen

In der frühen Kirche gehörte die abrenuntiatio diaboli, die Absage an
den Teufel, zum festen Bestandteil jeder Taufe. Oft wurde sie so
formuliert : "Ich sage ab dem Teufel und allen seinen Werken."
Gerade wenn Bindungen an andere Mächte vorliegen, ist solch eine
Lossagung im Gebet hilfreich. In Ihr sprichst du dich von jedem Anrecht,
das andere Mächte an dich haben könnten, los und stellst dich ganz auf
die Seite Gottes. Du trittst so in den Machtbereich von jesus ein, der
jede finstere Macht besiegt hat, und erfährst: "Der Geist (Jesu), der in
euch wirkt, ist mächtiger als der Geist (des Teufels), der diese Welt
regiert."

5. Schritt : Du kannst von Gottes Geist erfüllt werden

"Der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern
gibt uns Kraft, Liebe und Besonnenheit." Die Kraft des Geistes Gottes
kann unser Leben ganz umgestalten und prägen. Die Liebe kann unser
ganzes Leben erfüllen. Die Besonnenheit, die der Heilige Geist gibt,
hilft uns, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Bitte deshalb konkret
darum, dass Gott dich mit seinem heiligen Geist erfüllt. Er will mit
seiner heilenden und erneuernden Kraft in alle Ecken und Winkel deines
Lebens kommen. Gott gibt seinen Geist jedem, der im Vertrauen auf Jesus
zu ihm kommt. Jesus hat gesagt : "Wer durstig ist, soll zu mir kommen
und trinken - jeder, der mir vertraut!" Denn in den heiligen Schriften
heisst es: Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen. Jesus
meinte damit den Geist, den die erhalten sollten, die ihm vertrauten.
Mit Gottes Geist erfüllt zu werden, ist Teil des Christwerdens. Durch
den Geist Gottes wird das Leben wirklich neu. Diese fünf Schritte sind
kein Schema, sondern eine Hilfe, die Tür für Jesus zu öffnen. Jesus ist
mehr als bereit, auf unsere Einladung hin in unser Leben einzutreten.
Christwerden und Christsein sind für dich jetzt eine echte Möglichkeit

Ein Gebet der Hingabe an Gott

Vielleicht kann folgendes Gebet dir eine Hilfe für den Einstieg in die
Beziehung zu Gott sein :

Herr Jesus Christus,
ich habe von dir gehört und erkannt, dass du der Sohn Gottes bist.
Du bist am Kreuz für mich gestorben.
Du bist auferstanden und du lebst heute.
Du hast unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf Erden.
Ich komme jetzt zu dir und bringe dir mein Leben, mich selbst. Ich bitte
dich,
dass du in mein Leben eintrittst und die Herrschaft übernimmst. Von nun
an will ich zu dir gehören
und deinen Wilen tun.
Ich bringe dir auch meine Schuld und meine Gebundenheit. Bitte vergib
sie mir und befreie mich davon.
Ich sage ab dem Teufel und allen seinen Werken.
Ich stelle mich ganz auf deine Seite, Herr Jesus. Herr, ich öffne mich
jetzt für deinen heiligen Geist.
Erfülle mich mit ihm und lass seine ganze Kraft in mir wirksam werden.

Herr, ich danke dir, dass du mich hörst und erhörst. Ich danke dir, dass
du mir alle meine Schuld vergeben hast. Danke für das
Geschenk des neuen Lebens mit dir. Ich lobe dich und bete dich an. Amen.

Wenn du dieses Gebet als Ausdruck deines Willens gesprochen hast, ahst
du die Tür für Jesus Christus geöffnet.
Gott hat Ja zu dir gesagt, und du zu ihm. Was auch immer geschieht -
dies steht felsenfest.
Dein Leben beginnt neu, als Christ. Jesus Christus ist jetzt das Zentrum
deiner Existenz. Als Christ kannst du ganz Mensch sein.
Du hast zu deiner Bestimmung gefunden. Du kannst Mensch Gottes sein, so
wie Gott sich dich gedacht hat, als er dich schuf. Und als Mensch
kannst du ganz Christ sein, "radikal", von der Wurzel her, ganz und gar.
Gott ist dir ganz nahe, um dich zu leiten. Der Weg als Christ ist wie
eine große Entdeckungsreise. Hier ist der Startpunkt.

Geschenk Gottes

Bevor du auf dem Weg weitergehst, solltest du noch die Geschenke
auspacken, die Gott dir in die Wiege des neuen Lebens gelegt hat.
Das erste Geschenk ist die Gewissheit. Jesus hat gesagt:" Ich werde
keinen abweisen, der zu mir kommt." Dass wir von Gott angenommen sind,
ist eine besiegelte Sache. Der Grund dafür liegt nicht so sehr in
unserer Entscheidung für Christus, so wichtig diese auch ist, sondern in
der ewigen Entscheidung Gottes für uns. Am Kreuz hat Jesus sich darauf
festnageln lassen. Seine ausgebreiteten Arme zeigen dir: Gott ist für
dich, "wer kann uns dann noch etwas anhaben? Er verschonte nicht einmal
seinen Sohn, sondern ließ ihn für uns alle sterben. Wird er uns dann mit
ihm nicht alles schenken ? Niemand kann die Menschen anklagen, die Gott
erwählt hat. Denn Gott selbst spricht sie frei. Kann uns dann noch etwas
von Christus und seiner Liebe trennen ?"
Ein weiteres Geschenk ist ein gereinigtes Gewissen. Die Kluft zwischen
Gott und uns ist ein für alle Mal überbrückt. "In Christus hat er selbst
gehandelt und hat aus dem Weg geschafft, was die Menschen von ihm
trennte. Er rechnet ihnen ihre Verfehlungen nicht an." Nichts kann uns
mehr von Gott trennen. Die Erinnerung an unsere Schuld braucht uns nicht
mehr niederzudrücken. Vielmehr wird sie zum Anlass, Gott für seine
Vergebung und Annahme zu danken. Freude kann dein Leben bestimmen, weil
du den Rücken frei hast.
So schenkt Gott uns auch die Möglichkeit zur Versöhnung. In der Kraft
der Vergebung und Erneuerung, die wir selbst erfahren haben, können wir
anderen Menschen vergeben und neu den Kontakt mit ihnen knüpfen. Alte
Bitterkeiten, Feindschaften und Unversöhnlichkeiten können jetzt
überwunden werden. Wir können lernen zu segnen, wo uns geflucht wurde,
zu lieben, wo wir Hass erfahren haben, und für die zu beten, die uns
beleidigt haben. So kann sich Gottes Herrschaft der Liebe und des
Friedens auch durch uns ausbreiten.
Das vierte Geschenk, das Gott uns macht, ist das Geschenk der
Gemeinschaft. Gott hat uns als Kinder in seine Familie aufgenommen und
stellt uns Schwestern und Brüder an die Seite. Gemeinsam mit ihnen
folgen wir Jesus nach. Wir gehören zusammen.
In der Gemeinschaft der Christen kann ein Mensch die Nähe von Jesus in
besonderer Weise erfahren: "Wo zwei oder drei in meinem Namen
zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte." Auf Dauer kann
niemand allein als Christ leben, ohne Schaden zu nehmen. In der
Gemeinschaft erfahren wir Hilfe, Korrektur, Ermutigung und Wegweisung.
In ihr können wir auch unsere Gaben und Aufgaben entdecken.
Gott begabt uns mit einem Auftrag. Gemeinsam mit den anderen Christen
sind wir von Jesus beauftragt, seine Boten in dieser Welt zu sein: "Wie
der Vater mich gesandt hat, so sende ich nun euch."
In diesem Auftrag, den Jesus uns gibt, sind Wort und Tat verbunden. In
seinem Namen sollen wir den Menschen seine Botschaft bringen. In seinem
Namen sollen wir aber auch die Kranken heilen, Hungernde speisen, Nackte
kleiden und Obdachlose aufnehmen. Sein umfassender Auftrag ist nur durch
die Gemeinschaft aller Christen zu erfüllen. So ist diese Gemeinschaft
Aufgabe und Geschenk zugleich.

Das Geschenk der Hoffnung.
Als letztes der vielfältigen Geschenke Gottes möchte ich eins
hervorheben, das heute von besonderer Bedeutung ist. Es ist die
Hoffnung. Weil Jesus kein toter Religionsstifter ist, sondern der
auferstandene und wiederkommende Herr, gibt es für Christen keine
letztlich hoffnungslose Lage. immer noch ist Jesus da. Seinen
Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Auf ihn können wir hoffen, wo
es nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu hoffen gibt. Christen sind
Menschen der Hoffnung, weil sie den kennen, der die Zukunft in Händen
hält. Sie wissen, dass Jesus Himmel und Erde umwandeln wird:" Es wird
keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine
Quälerei mehr. Jetzt mache ich alles neu!" Gottes Geschenke sind
Ausdruck seiner Gnade. Dies sind einige der Geschenke, die Jesus dir mit
auf den Weg gibt. Das biblische Wort für "Geschenk" heisst Gnade. Ein
Christ lebt vom Anfang bis zum Ende von der Gnade Gottes, von seiner
uneingeschränkten und unverdienten freundlichen Zuwendung. Diese Gnade
gilt jedem. Durch sie finden wir erst zu unserer eigentichen Bestimmung:
Töchter und Söhne Gottes, des Vaters, zu sein. Dazu sind wir geschaffen.
Durch unsere Trennung von Gott war der Weg dazu lange verbaut. Durch
Jesus ist er frei. Wer zu ihm kommt und ein Christ, ein von Christus
geprägter Mensch, wird, wird zugleich ein neuer Mensch. Das ist Gottes
Einladung an jeden, an mich und an dich : Christ werden - Mensch sein.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de

Arbeit als Diener Christus

Arbaitslos (2003-07-27 07:44:53)


Arbeit als Diener Christus

"Michael Friedrich" (2003-07-27 07:44:53)

Ich glaube, in dscw ist das besser aufgehoben.
xpost und fup
fullquote beabsichtigt

--
Tobias Gronauer schrieb:

> Was ist ein Christ ? Besser noch : Wer ist ein Christ ?
>
> In einem Buch des NT, der Apostelgeschichte, wird die Herkunft dieser
> Bezeichnung erklärt. Viele der Anhänger von Jesus flohen nach einer
> Verfolgung in Jerusalem und Judäa in die Nachbarländer und ließen sich
> dort nieder. Einige gelangten auch in die Stadt Antiochia, eine der
> größten Metropolen des röm. Reiches (im Gebiet des heutigen Syrien).
> Dort, so wird dann weiter berichtet, kam zuerst die Bezeichnung Christen
> für die Anhänger Jesu auf. Das dafür gebrauchte griechische Wort lautet
> christianos, wörtlich ein Christianer, also ein Christusmensch.
> Hier ist der Ursprung der Bezeichnung Christ. Ein Christ definiert sich
> also von Christus her.
> Darum geht es beim Christsein entscheidend : um die Beziehung zu Jesus
> Christus. Ob jemand Christ ist, hängt davon ab, ob er eine Beziehung zu
> Jesus Christus hat. Da ist der Kernpunkt.
> Und : Um Christ zu sein, braucht man diese Beziehung zu Christus.
> Auch das ist klar : Wer Christ sein will, muss Christ werden. Christ
> werden - darum geht es im Folgenden. Christ werden ist keine Forderung,
> sondern ein großartiges Angebot, das nicht zu überbieten ist. Es ist das
> Angebot einer Lebenserneuerung. Dieses Angebot macht uns Gott selbst :
> durch Jesus Christus.
>
> Wer ist kein Christ
>
> Was macht einen Christen aus ? Bei dieser Frage bestehen häufig
> Missverständnisse. Ds Wort Christ wird oft sinnentfremdet oder in einer
> anderen Bedeutung gebraucht. Im Folgenden will ich aufgrund der
> Definition des NT einige Missverständnisse ausräumen.
>
> Missverständnis 1 : Christ ist, wer ein guter Mensch ist
>
> Dies ist das moralische Missverständnis. Es ist sehr verbreitet. Manche
> Menschen fühlen sich angegriffen, wenn sie auf die Notwendigkeit
> hingewiesen werden, zu Jesus Christus umzukeheren: "Ich bin ein guter
> Christ! Ich bin nicht schlechter als andere."
> Aber Christsein ist nicht gleichbedeutend mit "moralisch sein". Ein
> gutes Leben allein macht noch niemanden zum Christen. Auch
> Nichtchristen, zum Beispiel Anhänger anderer Religionen, können ein
> moralisch hoch stehendes Leben führen.
> Auf der anderen Seite gibt es Christen, die aus einem unmoralischen oder
> ungeordneten Leben kommen und jetzt eine Beziehung zu Jesus Christus
> gefunden haben. Sie müssen noch mühsam daran arbeiten, ihr Leben neu zu
> ordnen. Rein moralisch beurteilt bleiben sie vielleicht hinte rmanchem
> Nichtchristen zurück. Und doch sind sie Christen geworden, weil sie in
> Gemeinschaft mit Jesus Christus ihr Leben gestalten.
>
> Missverständnis 2 : Christ ist, wer Mitglied einer Kirche ist
>
> Auch dieses Missverständnis enthält, wie das vorige, einen wahren Kern.
> Christen sollten danach streben, "gute Menschen" zu werden. Und
> natürlich gehört das zum Christsein : Ein Christ lebt seinen Glauben in
> der Gemeinschaft mit anderen Christen, also in einer christlichen
> Gruppe, in einer Gemeinde oder Kirche. Und doch macht allein die
> Mitgliedschaft in einer Kirche noch niemanden zum Christen. Niemand ist
> schon allein deshalb ein Auto, weil er in einer Garage geboren wurde.
> Ebenso kann ein Mensch getauft, gefirmt oder konfirmiert und sogar ein
> regelmäßiger Kirchgänger sein, ohne wirklich Christ zu sein. Auch die
> aktiven Mitarbeiter einer christlichen Gemeinde macht noch niemanden zum
> Christen.
> Jesus selbst machte auf diese traurige Gefahr der Selbsttäuschung
> aufmerksam : "Am Tage des Gerichts werden viele zu mir sagen : Herr,
> Herr!
> In deinem Namen haben wir Weisungen Gottes verkündet und viele Wunder
> getan. Und trotzdem werde ich das Urteil sprechen : Ich habe euch nie
> gekannt !"
> Wichtig ist also nicht, zu welcher Gruppe oder Gemeinde jemand gehört
> oder was er für Gott tut, sondern ob ein Mensch Gott persönlich kennen
> gelernt hat.
>
> Missverständnis 3 : Christ ist, wer religiöse Erfahrungen macht
>
> Ebenso wenig wie Moral oder Kirchenzugehörigkeit machen religiöse
> Erfahrungen einen Menschen zum Christen. Erhebende Gefühle, bewegende,
> das Alltägliche übersteigende Erlebnisse können uns in vielen
> verschiedenen Situationen erfassen. Eine meisterhaft gespielte
> Symphonie, eine Wanderung in den Alpen oder ein feierlicher Gottesdienst
> können uns zutiefst bewegen. Solche Erfahrungen allein aber führen noch
> nicht ins Christsein, obwohl sie sicherlich auch Hinweise auf Gott
> enthalten können. Entscheidend ist nicht ein Gefühl, sondern der Inhalt,
> aus dem dieses Gefühl gespeist wird. Für den Christen ist Jesus Christus
> der Inhalt, der alles bestimmt. Von ihm erfasst, können wir dann auch
> tiefe religiöse Erfahrungen machen. Aber das Christsein baut nicht
> darauf auf. Die Verbindung zu Jesus Christus übersteigt alle moralischen
> Anstrengungen, alles kirchliche Engagement und alle religiöse Erhebung.
>
> Das Verständnis der Bibel : Christsein bezeichnet die Lebensverbindung
> mit Jesus Christus
>
> Christsein heisst : in Verbindung mit Christus leben. Die
> unverwechselbare, personhafte, existenzielle, andauernde Beziehung zu
> Jesus Christus ist Merkmal und Inhalt des Christseins. Christsein
> heisst, sein Leben in dieser persönlichen Beziehung, in Freundschaft mit
> Jesus Christus zu führen. Hier ist die unveränderliche Mitte. Die Wege
> in diese Mitte hinein können jedoch sehr unterschiedlich sein. Gott hat
> jeden einzelnen Menschen individuell geschaffen. Die Lebensumstände
> keiner zwei Menschen sind gleich. Der Ausgangspunkt mag unterschiedlich
> sein. Aber das Ziel und die Richtung sind klar. Jesus ruft uns zu sich
> selbst: "Kommt doch zu mir!" "Wer durstig ist, soll zu mir kommen und
> trinken."
> Den Weg zu Jesus möchte ich als Christwerden bezeichnen.
> Den Weg in der Gemeinschaft mit Jesus nenne ich Christsein.
>
> Der Weg zu Jesus
>
> Beim Lesen der Evangelien können wir mitverfolgen, wie Jesus Menschen
> begegnete und wie er sie in eine Beziehung zu sich brachte. Keine dieser
> Begegnungen verläuft gleich. Jesus geht nicht nach einem Schema vor,
> sondern geht auf jeden Einzelnen persönlich ein. Dem intellektuellen,
> angesehenen religiösen Führer begegnet er anders als dem einfachen
> Fischer vom See Tiberias. Dem reichen, jungen Mann sagt er etwas anderes
> als der armen Witwe. Die stadtbekannte Prostituierte spricht er anders
> an als den gesetzestreuen Juden. Das ist ein Wesensmerkmal der
> gewinnenden Liebe, die Jesus Christus gelebt hat. Niemals ging es ihm um
> die Form. Immer ging es ihm um den Menschen. Das gilt heute in derselben
> Weise. Jesus begegnet den Menschen auf ihrer Ebene, auf der Ebene ihrer
> Fragen, ihrer Bedürftigkeit, ihrer Zweifel und Angst, ihrer Not und
> ihrer Schuld. Er kann sich ganz in unsere Lage hineinversetzen. Seine
> "Allgegenwart" ist kein theoretischer Glaubenssatz, sondern eine direkte
> Zusage an uns. Jesus Christus spricht sein Wort der Einladung direkt in
> unsere Lebenssituation hinein. Sein Angebot der Lebenserneuerung gilt
> jedem, egal wo wir stehen. Wer dies weiß und darauf reagiert, vielleicht
> noch zaghaft, geht schon die ersten Schritte ins Christsein hinein.
> Damit beginnt das Christwerden: auf den Ruf von Jesus Christus zu
> antworten; herauszutreten aus dem alten Lebensgefüge, das unser Leben
> bislang prägte, und hineinzutreten in Gottes Wirklichkeit.
> Hervorzukommen aus den Verstecken und den Sackgassen, hinein in sein
> Licht und auf seinen Weg. Das ist die Umkehr zu Gott. Wollen, Denken und
> Handeln schlagen eine neue Richtung ein.
>
> Die Geschichte einer Umkehr
>
> Jesus erzählte eine unvergleichliche Geschichte. Es ist die Geschichte
> von jedem Menschen, auch deine und meine Geschichte. Der Sohn war
> fortgegangen aus dem Haus seines Vaters. Er hatte sein Erbe
> eingefordert, obwohl der Vater noch lebte. Der Vater hatte es ihm
> ausgezahlt. So lebte er noch in der Ferne auf Kosten des Vaters. Dass
> man Liebe nicht kaufen kann, merkte er erst, als es zu spät war. Alles,
> was er mitgebracht hatte, war verbraucht. Er hatte keine Reserven mehr.
> Mit dem Geld verließen ihn auch die Freunde. So fand er sich ausgestoßen
> draußen vor der Tür vor. ein halbwegs mitleidiger Landwirt ließ ihn
> Schweine hüten. Zu essen gab er ihm aber nicht. Dort bei den Schweinen,
> am Ende seines Weges, kam er zur Besinnung. In dieser ausweglosen Lage
> kam ihm die Erinnerung an das Haus des Vaters. "Selbst die geringsten
> Arbeiter dort haben es besser als ich, der ich doch eigentlich ein Sohn
> bin!" Aber seine Stellung als Sohn hatte er verspielt - so dachte er
> jedenfalls. "Ich will umkehren und zu meinem Vater gehen. Ich will meine
> Schuld zugeben und ihn bitten, dass ich wie ein geringer Lohnarbeiter
> bei ihm unterkommen kann." Stolz und reich war er ausgezogen, abgebrannt
> und reumütig kam er zurück. Der Vater sieht ihn schon von weitem kommen.
> Er rennt, ganz ungebührlich, auf ihn zu. "Vater, ich habe falsch
> gehandelt! Ich bin es nicht wert, dein Sohn zu sein. Lass mich nur wie
> einen deiner letzten Arbeiter sein." Doch der lässt ihn gar nicht
> ausreden. Keine Strafpredigt, keine Drohung - er umarmt und küsst ihn.
> Nach einem ausgiebigen Bad gibt es neue Kleider, Schuhe und den
> Siegelring, der ihn als Sohn mit allen Rechten auszeichnet. Und dann
> fängt das Fest an, mit dem Besten, was man hatte, eine rauschende Feier
> mit Musik und Tanz. Diese Geschichte gehört zu den bekanntesten des NT.
> Sie wird häufig als die "Geschichte vom verlorenen Sohn" bezeichnet.
> Doch eigentlich sollte sie die "Geschichte von der Freude des Vaters"
> heißen. Denn darum geht es im Tiefsten. Jesus zeichnete in dieser
> Geschichte nicht nur das Bild von uns Menschen, sondern auch ein Bild
> von sich selbst. Er ist der Gott, der uns auf den Straßen unseres Lebens
> weit entgegenläuft. Er wartet auf uns und empfängt uns gerne, wenn wir
> uns aufmachen, heimzukehren in das "Vaterhaus" der Gegenwart Gottes. Das
> ganze Leben von Jesus war ein einziges Entgegenkommen. Seine Zuwendung
> galt allen in gleicher Weise: Kindern und Alten, Angesehenen und
> Ausgestoßenen, Kranken und Gesunden. Er stieß keinen von sich weg. Jesus
> war auf der Suche nach Menschen, die sich auf ihrem Lebensweg verlaufen
> hatten. Er lud sie zu sich ein. Er forderte sie heraus mit der Wahrheit
> Gottes. Er rief sie zu einer grundsätzlichen Lebenswende. Nie aber
> versuchte er, einen Menschen zu etwas zu zwingen. Er konnte Menschen
> gehen lassen, wie der Vater in seiner Geschichte. Er machte keinen
> Menschen von sich abhängig, sondern stellte ihn in Freiheit. Es ist die
> Freiheit der Entscheidung für oder gegen ihn.
>
> Die Geschichte einer Entscheidung
>
> Es ist meine eigene Geschichte. Weil meine Eltern stark in der Kirche
> engagiert waren, kannte ich von klein auf die biblische Botschaft.
> Dennoch war ich nicht frei für Jesus. Im Rückblick kann ich erkennen,
> dass ich in mir selbst gefangen war. Meine IchSucht aufgrund von
> Minderwertigkeitsgefühlen führte zur IchSucht. Ein Wechselbad aus
> Hochmut und Niedergeschlagenheit, Sehnsucht und Trauer verdunkelte früh
> die Seele. Dennoch konnte ich immer wieder Freude und Geborgenheit durch
> die Nähe Gottes erfahren. Aber ich verrannte mich immer mehr in mich
> selbst. Krampf statt Freude, Angst statt Gelassenheit prägten mein
> Leben. Eines Nachts, ich konnte nicht schlafen, hörte ich Gottes Reden.
> Nicht akustisch, aber ganz klar. Vor meinem inneren Auge sah ich
> deutlich zwei Wege. Und mir wurde klar, dass ich mich zwischen ihnen
> entscheiden musste :
>
> - Der eine war der Weg, in dem ich mich selbst bestimmte. Ein Weg in der
> Selbstführung, wo ich meine Gaben und Talente ganz zum Einsatz brächte,
> mich selbst aufbaute und meine Fhäigkeiten voll ausnutzen würde, um mich
> zu finden und zu bestätigen und ds Beste aus meinem Leben zu machen. Der
> Weg der Selbsterhaltung und der Selbstüberhöhung, der sich letztlich
> doch nur in der Belanglosigkeit verlieren würde. Mein Weg, der Weg
> meines Ichs, ohne Gott.
>
> - Ebenso deutlich sah ich den anderen Weg, der auf den ersten Blick
> schwerer schien. Ein Weg, der von mir Hingabe und Demut verlangt, ein
> Weg, auf dem ich es zulasse, dass Jesus mich führt. Ein Weg, wo Jesus
> die Regie führt und nicht ich selbst. Ein Weg, der vor Hindernissen
> nicht Halt macht. Ein Weg mitten durch Schwierigkeiten bis zum Ziel, as
> Gott meinem Leben gesetzt hat. Ein Weg des Sterbens, der zum Leben führt.
>
> Diese Alternative erfasste mein Herz in jener Nacht. Ich wusste, dass es
> letzten Endes nur diese beiden Wege gibt. Und ich hörte das Reden von
> Jesus in meinem Innern : "Du selbst musst wählen, welchen Weg du gehen
> willst. Doch ich lade dich ein, dich mit mir auf dne Weg zu machen."
> Das Bild von den beiden Wegen, zwischen denen ein Mensch wählen kann,
> hat Jesus selbst gebraucht.In der berühmten Bergpredigt sagt er : Geht
> durch die enge Tür! Denn das Tor, das ins Verderben führt, ist breit und
> die Straße dorthin bequem. Aber die Tür, die zum Leben führt, ist eng
> und der Weg dorthin anstrengend. Nur wenige gehen ihn."
> Schon das ist ein Reden Gottes, wenn man überhaupt diese Entscheidung,
> diese beiden Wege erkennen kann. In jener Nacht sah ich sie und wählte
> den Weg mit Jesus. Ein erfahrener Christ half mir dabei, diese
> Entscheidung vor Gott in einem Gebet auszudrücken und festzumachen.
> Das geschah allerdings nicht mit fliegenden Fahnen oder voller
> Selbstvertrauen. Ich wusste, dass ich aus eigener Kraft nicht auf diesem
> Weg bleiben konnte. Mein Gebet war : "Jesus, ich will auf deinem Weg
> gehen. Ich weiß aber, dass ich es nicht allein kann. Du musst mir helfen
> und mich selbst an die Hand nehmen. Ich will mich für dich entscheiden -
> bitte hilf mir, dass ich durchhalte!"
> Und so konnte ich durch die "enge Tür" hindurchgehen. Und ich merkte,
> dass meine Entscheidung für Jesus, die so schwach und angefochten war,
> getragen und umschlossen war von der ewigen Entscheidung Gottes für
> mich. Ich brauchte den Weg nicht allein zu gehen. Jesus ist mit mir auf
> dme Weg.
>
> Die Geschichte einer Befreiung
>
> Meine Gesprächspartnerin war schon immer religiös interessiert gewesen.
> Der Materialismus, den sie bei vielen Menschen um sich herum sah, stieß
> sie ab. Ihre Eltern, die auch für höhere Dinge offen sein wollten,
> hatten sie auf eine Schule geschickt, in der besonders die geiste
> Weiterentwicklung der Person auf dem Programm stand. Das Bewusstsein für
> die Zusammenhänge von Natur und Geist und die Suche nach einem freien,
> unabhängigen Menschsein gehörten zur Grundausstattung ihrer Ausbildung.
> Bald schon machte sie übernatürliche Erfahrungen.
> Bewusstseinserweiterungen durch Kontakt mit übergeordneten Geistwesen -
> das schin ihr der Weg zur Erfüllung zu sein.
> Jesus Christus kam auch in ihrem Denksystem vor, aber nur als eine von
> mehreren Möglichkeiten, an verborgenes Wissen zu gelangen. Dann traf sie
> mit Menschen zusammen, die dem wirklichen Jesus Christus nachfolgten.
> Ihr wurde deutlich, dass hier zwei völlig unterschiedliche
> Lebenskonzepte vorlagen. Die Worte des Jesus von Nazaret, ohne Umdeutung
> durch das antrainierte mystisch-religiöse Denksystem, wurden zu einem
> Stachel in ihrer Seele. Besonders die absolut klingenden Aussagen von
> Jesus machten ihr zu schaffen. "Ich bin der Weg, der zur Wahrheit und
> zum Leben führt. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht."
> Dieser Anspruch stand in völligem Gegensatz zu dem, was sie bislang
> geglaubt hatte. Konnte das wahr sein ? So kämpften zwei entgegengesetzte
> Kräfte um ihr Herz und ihr Denken.
> Der Konflikt spitzte sich immer mehr zu. Letztlich lief es darauf
> hinaus. Selbsterlösung und geistige Höherentwicklung aus eigener Kraft -
> oder Erlösung durch Jesus. Mehr und mehr erkannte sie ihre bisherige
> Lebensphilosophie als Gefängnis. Der Weg der Selbsterlösung war eine
> Sackgasse, in die sie von Mächten getrieben wurde, die sich immer mehr
> zwingend auf sie legten.
> In dieser Situation wandte sie sich in einem Gebet an Jesus. In diesem
> Gebet lud sie ihn ein, ihr zu begegnen, ihr nahe zu sein und alle
> anderen Mächte in ihr zu überwinden. In den Wochen und Monaten, die
> folgten, wuchs ihre Gesprächsbeziehung zu Jesus ständig. Sie stellte
> sich bewusst in eine christliche Gemeinschaft hinein und erlebte
> Veränderung.
> Und doch war ihr Denken noch stark von der Philosophie der
> Selbsterlösung geprägt. Geiste Erlebnisse, die ihren Ursprung nicht im
> Guten Geist Jesu Christi, sondern in unheimlichen Mächten hatten,
> drängten sich ihr auf. Es stellten sich Störungne in ihren Gebeten ein.
> Träume übersinnlichen Inhalts ängstigten sie.
> So kam sie zu uns. Wir beteten miteinander, die Mächte verloren ihre
> Macht. Sie sagte sich von ihnen los. Seither ist ihre Macht gebrochen.
> Sie kann Jesus klarer sehen als vorher. Die übersinnlichen Erfahrungen
> haben ein Ende gefunden. Stattdessen wächst die wirkliche
> Gottesbeziehung, wachsen Freude, Vertrauen und Friede.
> Drei Geschichten von Menschen, die auf der Suche waren. Alle drei sind
> wahr. Sie stehen für viele andere. In jeder sehen wir einen bestimmten
> Aspekt des Christwerdens : UMKEHR, ENTSCHEIDUNG, BEFREIUNG
>
> Umkehr - wie bei dem Sohn, der zum Vater zurückkehrt
> Entscheidung - zwischen zwei Lebenswegen
> Befreiung - von verführerischen Mächten und Weltanschauungen
>
> In jedem Fall mussten konkrete Schritte gegangen werden. Auf dem Weg zu
> Gott kommt es letztlich nicht so sehr darauf an, welchen Schritt jemand
> zuerst tut; wichtig ist, dass er überhaupt anfängt zu gehen. Nur darüber
> nachzudenken, ist nicht genug. Ein konkreter Anfang ist gefragt.
>
> Bilder des Christwerdens
>
> In der Bibel werden verschiedene Begriffe und Bilder gebraucht, um den
> Weg des Christwerdens zu beschreiben. Sie zeigen jeweils einen Teil des
> ganzen Vorgangs. Denn wenn jemand Christ wird, hat das Auswirkungen in
> allen Bereichen seines Lebens, bis in die weiteste Zukunft hinein. So
> kann jedes Bild nur einen Teil dieses Vorgangs verdeutlichen. Ich will
> einige nennen :
>
> Christwerden ist wie eine Geburt :
>
> Die Antwort gibt Jesus dem einflussreichen Theologen Nikodemus :"Nur wer
> von neuem geboren ist, wird Gottes neue Welt zu seen bekommen." Was er
> sagen will, ist klar. Eine Geburt ist ein passiver Vorgang. Man wird
> geboren, ohne gefragt zu sein. Das Geschenk des Lebens überrascht uns.
> Ebenso ist es mit dem Christwerden und Christsein. Gott ist es, der das
> "neue Leben" schenkt. Er ist letztlich der Handelnde. Er ruft uns in die
> neue Existenz als Christen. Das Entscheidende tut Gott, nicht wir
> Menschen. Noch etwas Weiteres sagt der Vergleich mit einer Geburt. Sie
> geschieht nicht von heute auf morgen. Sie ist von langer Hand
> vorbereitet. So wie der Same das Ei befruchtet, dieses sich einnistet
> und in der Verborgenheit wächst, so ist es mit dem Christwerden.
> Irgendwann trifft uns ein Wort von Gott, ein Wort der Bibel: eine
> Zusage, eine Tröstung, eine Herausforderung. Wir nehmen dieses Wort an
> und geben ihm Raum, vielleicht ganz tief im Herzen verborgen. Dort
> wächst es, wird stark und lebensfähig, bis schließlich aus dem Samen des
> Wortes von Gott ein neues Leben von Gott entsteht. Das ist der tiefste
> Sinn der biblischen Aussage, dss wir "Kinder Gottes" werden und sein
> sollen. Christsein kann niemand für sich selbst produzieren. Christen
> sind aus dem Willen und aus dem Wort Gottes geboren. Gott selbst hat das
> neue Leben in uns hervorgebracht. "Manche nahmen ihn (=Jesus) auf und
> schenkten ihm ihr Vertrauen. Ihnen gab er das Recht, Kinder Gottes zu
> werden. Das wurden sie nicht durch natürliche Geburt oder weil Menschen
> es so wollten, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gab."
>
> Christwerden ist ein Herrschaftswechsel
>
> Es stimmt nicht, dass der Mensch letztlich autonom ist. Immer wird er
> von etwas bestimmt. Die Frage ist nur, was das ist. Martin Luther hat
> einmal gesagt : Der Mensch ist wie ein Lasttier: entweder wird er von
> Gott geritten oder vom Teufel. Was einen "reitet", beherrscht und
> niederdrückt, weiß man selbst am besten. Jesus lädt jeden ein, zu ihm zu
> kommen, wie er ist. Wir müssen uns nicht zuerst selbst verbessern oder
> reinigen. Jesus bietet uns die entscheidende Hilfe an: "Ich will euch
> die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe auf keinen herab.
> Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer
> Leben Erfüllung. Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu
> tragen gebe, ist keine Last.
> Die Herrschaft der Sorge, der Angst, der Gier, der Eifersucht, des
> Neids, der Unreinheit und Unversöhnlichkeit und aller anderen
> Destruktivmächte wird gebrochen, wenn Jesus Herr in unserem Leben wird.
> Das christliche Urbekenntnis lautet : "Jesus ist der Herr!" Das bedeutet
> : "Jesus ist Herr über alles, und er ist auch mein Herr!" Wer das
> ehrlich sagt, ist Christ. Seit Jesus von den Toten auferstanden ist, kan
> ihm nichts und niemand die Herrschaft mehr streitig machen. Es ist die
> wohltuende Herrschaft des "Friedensfürsten", unter der wir aufatmen und
> neue Kraft schöpfen. Christwerden ist ein Herrschaftswechsel. "Gott hat
> uns aus der Gewalt der dunklen Mächte gerettet und uns unter die
> Herrschaft seines geliebten Sohnes gestellt. Durch ihn hat er uns
> befreit. Seinetwegen vergibt er uns unsere Schuld."
>
> Christwerden ist der Gang zu einem Fest
>
> Dieses Bild stammt ebenso wie die anderen von Jesus selbst. Er verglich
> die Herrschaft Gottes mit einem großen, festlichen Abendessen. Schon
> lange vorher hatte der Gastgeber die Gäste eingeladen. Als alles fertig
> war und das Fest beginnen sollte, kamen sie nicht. Jeder hatte eine
> andere Ausrede. Ihr Alltag war ihnen wichtiger als das Fest, das für sie
> vorbereitet war. Jesus erzählt weiter : "Da wurde der Herr zornig und
> befahl seinem Diener: "Lauf schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt
> und hol die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten her. Geh auf die
> Feldwege und an die Hecken und Zäune und dränge die Leute zu kommen,
> damit mein haus voll wird!"
> Gott lädt uns ein zu seinem Fest. Er will uns beschenken. Er will uns
> satt machen mit guten Dingen. Freude, Heilung, Versöhnung, Sinn,
> Geborgenheit und Gemeinschaft warten auf uns. Das Fest kann losgehen.
> Oder doch noch nicht ? Gott will warten, bis auch wir hereinkommen und
> an seinem Tisch Platz genommen haben. Es ist noch ein freier Platz für
> uns an der Festtafel. Alles ist bereit. Auf dem gedeckten Tisch steht
> eine Platzkarte mit unserem Namen. Christwerden ist der Gang zu Gottes
> Fest. Christsein ist das Fest. Bei Gott ist die Festfreude an der
> Tagesordnung. Gemeinschaft, Beziehung, Musik, ein sättigendes Mahl, neue
> Freunde, Kreativität, Spaß und Harmonie kennzeichnen die Atmosphäre der
> Gegenwart Gottes. Wir sind zum Fest eingeladen. Das ist wirklich so,
> auch wenn wir es nicht erwarten. Der junge Mann in unserer ersten
> Geschichte wusste das nicht. Er erwartete alles beim Vater, nur kein
> Fest. Und doch war es wahr.
>
> Wie man Christ werden kann
>
> Eine neue Geburt, ein Herrschaftswechsel, der Gang zu einem Fest:
> Bilder, die Jesus gebrauchte, um uns in seine Gemeinschaft zu locken.
> Christwerden - die Eingangstür zum Christsein, zum Leben mit gott.
> Christ wird, wer durch die Tür hineingeht, wer auf den Ruf von Jesus
> antwortet. Wie kann das konkret geschehen ?
> An dieser Stelle hört das riene Nachdenken auf. Jetzt sind bewusste
> Schritte dran. Der große Theologe Martin Kähler (1835-1912) schrieb ein
> Gebt auf, das an dieser Stelle helfen kann:
> "... der Herzen wendet, dass man dich sucht, Verborgener, Offenbarer, so
> nah und so fern, du einiger wahrer Herr aller Herrn: hilf aus den
> Gedanken ins Leben hinein, ganz ohne Wanken dein Eigen zu sein."
> Wer so weit gefolgt ist, den lade ich ein, noch weiter mitzukommen.
> Nachdenken allein führt nicht mehr weiter. Ich möchte jetzt persönlich
> werden. Was kannst du tun, um Christ zu werden ? Welche Schritte sind
> notwendig ?
>
> 1. Schritt : Du kannst hören
>
> Gott möchte mit dir sprechen, ganz persönlich und ganz in deine
> Situation hinein. Richtiger gesagt : in dein Herz hinein, in die Mitte
> deiner Person. Er möchte mit dir sprechen wie ein Freund mit seinem
> Freund. Sein Reden ist oft leise und leicht zu überhören. Viele andere
> Stimmen versuchen, die Stimme Gottes in unserem Leben zu übertönen. Jesu
> sagt : "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme
> hört und öffnet, werde ich bei ihm einkehren."
> Die Stimme von Jesus hören - wie sieht das praktisch aus ? Eine
> Möglichkeit : Nimm dir eine Bibel zur Hand - möglichst in einer modernen
> Übersetzung - und lies eins der Evangelien aufmerksam durch . Die
> Evangelien sind die Lebensberichte von Jesus. Stelle dir dabei folgende
> Fragen:
> - Was wird hier über Jesus ausgesagt ?
> - Was sagt gott mir durch diese Worte über mich selbst ?
> - Was sagt er mir über den Weg zu Jesus ?
> Du fragst also beim Leben im Neuen Testament : Wer ist Jesus ? Wer bin
> ich vor Gott ? Wie sieht der Weg zu Jesus aus ? Wenn du auf diese Weise
> "hörend" die Bibel liest, kann das Wunder geschenen, dass Gott dich
> durch sie direkt anspricht. Was er dir sagt, setze dann in die Tat um.
> Wenn dir etwas klar wird, handle entsprechend. Dann wirst du erfahren,
> wie Gott immer weiter mit dir redet; und du wirst immer mehr in der Lage
> sein, seine Stimme von den anderen Stimmen in dir und um dich herum zu
> unterscheiden. Auf dem Weg des Hörens und Tuns erkennst du immer mehr,
> wer Jesus ist.
>
> 2. Schritt : Du kannst beten
>
> Kommunikation ist das Kennzeichen einer lebendigen Beziehung: zuhören,
> miteinander sprechen, einander antworten. Gebet ist der Weg der
> Kommunikation mit Gott. Beten ist der Draht, der uns mit Gott verbindet.
> Es kommt nicht auf den Wortlaut unserer Gebete an. Es geht nicht um eine
> Formel oder ein Ritual. Gebet ist vielmehr der Ausdruck von dem, was in
> unserem herzen ist. Unser Beten kann sehr unbeholfen sein. Das macht
> nichts. In der Bibel finden wir viele Beispiele von Gebeten, die ein
> erster Kontakt zu Jesus Christus sind oder die ein abgebrochenes
> Gespräch wieder aufnehmen. Meist sind sie sehr kurz. Und doch sind sie
> der Anfang eines Gesprächs, das nie mehr abbricht und ein ganzes Leben
> verändert. Ich nenne einige davon:
> - "Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!" So betete
> ein Ausbeuter, als er zu Gott umkehrte.
> - Ein Blinder am Straßenrand in Jericho rief: "Jesus, Sohn Davids! Hab
> Erbarmen mit mir!"
> - Und als der Christenverfolger Paulus auf der Straße nach Damaskus
> erkennen musste, dass er gegen Gott kämpfte, war sein entscheidendes
> erstes Gebet : "Wer bist du, Herr ?"
> Du kannst beten. Du kannst Gott dein Herz ausschütten. Gott möchte keine
> wohlklingenden Worte. Er möchte in ein echtes, ehrliches Gespräch mit
> dir eintreten. Am Schluss findest du ein Gebet, ds dir bei der
> Kontaktaufnahme mit Gott helfen kann.
>
> 3. Schritt : Du kannst Schuld bekennen und loslassen
>
> Wie der heimkehrende Sohn in der Geschichte, die Jesus erzählt, kannst
> du vor Gott ehrlich werden. Du kannst ihm die Niederlagen und
> Dunkelheiten deines Lebens sagen. Du kannst vor Gott ausdrücken, was
> dich an Schuld und Versagen belastet. Es gibt die Zusage der Bibel:"
> Wenn wir unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen,
> dass Gott Wort hält: Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und
> alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben."
> Dafür hat Jesus mit seinem Leben gebürgt. Dafür ging Jesus ans Kreuz.
> Dafür hing er zwischen Himmel und Erde und starb als verurteilter
> Verbrecher. Dort nahm er alle Sünde und Schuld der Menschen mit in den
> Tod. Als Jesus am Kreuz starb, hat er auch an uns gedacht und unsere
> Schuld auf sich genommen. Der Gerechte starb für die Ungerechten, der
> Gottessohn für die Gottlosen, damit wir leben können. "Christus starb
> für uns, als wir noch Gottes Feinde waren. Damit hat Gott uns gezeigt,
> wie sehr er uns liebt. Als wir noch Gottes Feinde waren, hat Gott durch
> den Tod seines Sohnes unsere Feindschaft überwunden."
> Deshalb sind die ausgebreiteten Arme von Jesus am Kreuz nichts anderes
> als die offenen Arme des Vaters, der seinem Kind alles vergibt und es
> hineinnimmt in das Fest der Freude. Das ist das Geheimnis des Kreuzes
> von Jesus : Die scheinbare Niederlage wird zum größten Sieg. Gott selbst
> überwindet die Macht der Dunkelheit.
> Jesus Christus blieb nicht im Tod. Er ist von den Toden auferstanden und
> hat so die Macht des Todes überwunden. Sein neues Leben ist
> unzerstörbar: "Hab keine Angst! Ich bin der Erste und der Letzte. Ich
> bin der Lebendige! Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit. Ich
> habe Macht über den Tod und die Totenwelt. Durch die Auferstehung von
> Jesus gibt es die Möglichkeit eines neuen Lebens. Nie mehr dürfen
> Todesmächte uns von Gott trennen, keine Schuld, keine Angst. Keinen
> Augenblick länger brauchen wir in der Dunkelheit der Gottesferne zu
> bleiben. Wenn wir Schuld verheimlichen, binden wir uns an sie und werden
> weiterhin von ihr geprägt. Wenn wir unsere Schuld jedoch vor Gott offen
> beim Namen nennen, werden wir von ihr gelöst und frei. Dieser Schritt
> ist sicher nicht leicht. Aber er ist wichtig und grundlegend für eine
> Umkehr zu Gott. Es ist oft hilfreich, ihn in der Gegenwart eines anderen
> Christen zu tun. Der andere ist dann der Zeuge des Gesprächs zwischen
> Gott und dir. Das ist der Sinn dieses Bekenntnisses. Seine Schuld beim
> Namen zu nennen - manchen nennen dies "Beichte" - ist kein Zwang,
> sondern ein Angebot, das helfen soll, die Sündenvergebung wirklich
> anzunehmen. Wer so seine Schuld bei Gott ablädt, bekommt Freude und
> neuen Mut. Du kannst als Sünder, als fehlerhafter und schwacher Mensch,
> zu Gott kommen. Du musst nicht erst fromm oder heilig werden. Gott nimmt
> dich so, wie du bist, aber er lässt dich nicht so. Er will und wird dich
> verändern, wenn du dich ihm anvertraust.
>
> 4. Schritt : Du kannst dich von allen negativen Mächten lossagen
>
> In der frühen Kirche gehörte die abrenuntiatio diaboli, die Absage an
> den Teufel, zum festen Bestandteil jeder Taufe. Oft wurde sie so
> formuliert : "Ich sage ab dem Teufel und allen seinen Werken."
> Gerade wenn Bindungen an andere Mächte vorliegen, ist solch eine
> Lossagung im Gebet hilfreich. In Ihr sprichst du dich von jedem Anrecht,
> das andere Mächte an dich haben könnten, los und stellst dich ganz auf
> die Seite Gottes. Du trittst so in den Machtbereich von jesus ein, der
> jede finstere Macht besiegt hat, und erfährst: "Der Geist (Jesu), der in
> euch wirkt, ist mächtiger als der Geist (des Teufels), der diese Welt
> regiert."
>
> 5. Schritt : Du kannst von Gottes Geist erfüllt werden
>
> "Der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern
> gibt uns Kraft, Liebe und Besonnenheit." Die Kraft des Geistes Gottes
> kann unser Leben ganz umgestalten und prägen. Die Liebe kann unser
> ganzes Leben erfüllen. Die Besonnenheit, die der Heilige Geist gibt,
> hilft uns, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Bitte deshalb konkret
> darum, dass Gott dich mit seinem heiligen Geist erfüllt. Er will mit
> seiner heilenden und erneuernden Kraft in alle Ecken und Winkel deines
> Lebens kommen. Gott gibt seinen Geist jedem, der im Vertrauen auf Jesus
> zu ihm kommt. Jesus hat gesagt : "Wer durstig ist, soll zu mir kommen
> und trinken - jeder, der mir vertraut!" Denn in den heiligen Schriften
> heisst es: Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen. Jesus
> meinte damit den Geist, den die erhalten sollten, die ihm vertrauten.
> Mit Gottes Geist erfüllt zu werden, ist Teil des Christwerdens. Durch
> den Geist Gottes wird das Leben wirklich neu. Diese fünf Schritte sind
> kein Schema, sondern eine Hilfe, die Tür für Jesus zu öffnen. Jesus ist
> mehr als bereit, auf unsere Einladung hin in unser Leben einzutreten.
> Christwerden und Christsein sind für dich jetzt eine echte Möglichkeit
>
> Ein Gebet der Hingabe an Gott
>
> Vielleicht kann folgendes Gebet dir eine Hilfe für den Einstieg in die
> Beziehung zu Gott sein :
>
> Herr Jesus Christus,
> ich habe von dir gehört und erkannt, dass du der Sohn Gottes bist.
> Du bist am Kreuz für mich gestorben.
> Du bist auferstanden und du lebst heute.
> Du hast unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf Erden.
> Ich komme jetzt zu dir und bringe dir mein Leben, mich selbst. Ich bitte
> dich,
> dass du in mein Leben eintrittst und die Herrschaft übernimmst. Von nun
> an will ich zu dir gehören
> und deinen Wilen tun.
> Ich bringe dir auch meine Schuld und meine Gebundenheit. Bitte vergib
> sie mir und befreie mich davon.
> Ich sage ab dem Teufel und allen seinen Werken.
> Ich stelle mich ganz auf deine Seite, Herr Jesus. Herr, ich öffne mich
> jetzt für deinen heiligen Geist.
> Erfülle mich mit ihm und lass seine ganze Kraft in mir wirksam werden.
>
> Herr, ich danke dir, dass du mich hörst und erhörst. Ich danke dir, dass
> du mir alle meine Schuld vergeben hast. Danke für das
> Geschenk des neuen Lebens mit dir. Ich lobe dich und bete dich an. Amen.
>
> Wenn du dieses Gebet als Ausdruck deines Willens gesprochen hast, ahst
> du die Tür für Jesus Christus geöffnet.
> Gott hat Ja zu dir gesagt, und du zu ihm. Was auch immer geschieht -
> dies steht felsenfest.
> Dein Leben beginnt neu, als Christ. Jesus Christus ist jetzt das Zentrum
> deiner Existenz. Als Christ kannst du ganz Mensch sein.
> Du hast zu deiner Bestimmung gefunden. Du kannst Mensch Gottes sein, so
> wie Gott sich dich gedacht hat, als er dich schuf. Und als Mensch
> kannst du ganz Christ sein, "radikal", von der Wurzel her, ganz und gar.
> Gott ist dir ganz nahe, um dich zu leiten. Der Weg als Christ ist wie
> eine große Entdeckungsreise. Hier ist der Startpunkt.
>
> Geschenk Gottes
>
> Bevor du auf dem Weg weitergehst, solltest du noch die Geschenke
> auspacken, die Gott dir in die Wiege des neuen Lebens gelegt hat.
> Das erste Geschenk ist die Gewissheit. Jesus hat gesagt:" Ich werde
> keinen abweisen, der zu mir kommt." Dass wir von Gott angenommen sind,
> ist eine besiegelte Sache. Der Grund dafür liegt nicht so sehr in
> unserer Entscheidung für Christus, so wichtig diese auch ist, sondern in
> der ewigen Entscheidung Gottes für uns. Am Kreuz hat Jesus sich darauf
> festnageln lassen. Seine ausgebreiteten Arme zeigen dir: Gott ist für
> dich, "wer kann uns dann noch etwas anhaben? Er verschonte nicht einmal
> seinen Sohn, sondern ließ ihn für uns alle sterben. Wird er uns dann mit
> ihm nicht alles schenken ? Niemand kann die Menschen anklagen, die Gott
> erwählt hat. Denn Gott selbst spricht sie frei. Kann uns dann noch etwas
> von Christus und seiner Liebe trennen ?"
> Ein weiteres Geschenk ist ein gereinigtes Gewissen. Die Kluft zwischen
> Gott und uns ist ein für alle Mal überbrückt. "In Christus hat er selbst
> gehandelt und hat aus dem Weg geschafft, was die Menschen von ihm
> trennte. Er rechnet ihnen ihre Verfehlungen nicht an." Nichts kann uns
> mehr von Gott trennen. Die Erinnerung an unsere Schuld braucht uns nicht
> mehr niederzudrücken. Vielmehr wird sie zum Anlass, Gott für seine
> Vergebung und Annahme zu danken. Freude kann dein Leben bestimmen, weil
> du den Rücken frei hast.
> So schenkt Gott uns auch die Möglichkeit zur Versöhnung. In der Kraft
> der Vergebung und Erneuerung, die wir selbst erfahren haben, können wir
> anderen Menschen vergeben und neu den Kontakt mit ihnen knüpfen. Alte
> Bitterkeiten, Feindschaften und Unversöhnlichkeiten können jetzt
> überwunden werden. Wir können lernen zu segnen, wo uns geflucht wurde,
> zu lieben, wo wir Hass erfahren haben, und für die zu beten, die uns
> beleidigt haben. So kann sich Gottes Herrschaft der Liebe und des
> Friedens auch durch uns ausbreiten.
> Das vierte Geschenk, das Gott uns macht, ist das Geschenk der
> Gemeinschaft. Gott hat uns als Kinder in seine Familie aufgenommen und
> stellt uns Schwestern und Brüder an die Seite. Gemeinsam mit ihnen
> folgen wir Jesus nach. Wir gehören zusammen.
> In der Gemeinschaft der Christen kann ein Mensch die Nähe von Jesus in
> besonderer Weise erfahren: "Wo zwei oder drei in meinem Namen
> zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte." Auf Dauer kann
> niemand allein als Christ leben, ohne Schaden zu nehmen. In der
> Gemeinschaft erfahren wir Hilfe, Korrektur, Ermutigung und Wegweisung.
> In ihr können wir auch unsere Gaben und Aufgaben entdecken.
> Gott begabt uns mit einem Auftrag. Gemeinsam mit den anderen Christen
> sind wir von Jesus beauftragt, seine Boten in dieser Welt zu sein: "Wie
> der Vater mich gesandt hat, so sende ich nun euch."
> In diesem Auftrag, den Jesus uns gibt, sind Wort und Tat verbunden. In
> seinem Namen sollen wir den Menschen seine Botschaft bringen. In seinem
> Namen sollen wir aber auch die Kranken heilen, Hungernde speisen, Nackte
> kleiden und Obdachlose aufnehmen. Sein umfassender Auftrag ist nur durch
> die Gemeinschaft aller Christen zu erfüllen. So ist diese Gemeinschaft
> Aufgabe und Geschenk zugleich.
>
> Das Geschenk der Hoffnung.
> Als letztes der vielfältigen Geschenke Gottes möchte ich eins
> hervorheben, das heute von besonderer Bedeutung ist. Es ist die
> Hoffnung. Weil Jesus kein toter Religionsstifter ist, sondern der
> auferstandene und wiederkommende Herr, gibt es für Christen keine
> letztlich hoffnungslose Lage. immer noch ist Jesus da. Seinen
> Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Auf ihn können wir hoffen, wo
> es nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu hoffen gibt. Christen sind
> Menschen der Hoffnung, weil sie den kennen, der die Zukunft in Händen
> hält. Sie wissen, dass Jesus Himmel und Erde umwandeln wird:" Es wird
> keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine
> Quälerei mehr. Jetzt mache ich alles neu!" Gottes Geschenke sind
> Ausdruck seiner Gnade. Dies sind einige der Geschenke, die Jesus dir mit
> auf den Weg gibt. Das biblische Wort für "Geschenk" heisst Gnade. Ein
> Christ lebt vom Anfang bis zum Ende von der Gnade Gottes, von seiner
> uneingeschränkten und unverdienten freundlichen Zuwendung. Diese Gnade
> gilt jedem. Durch sie finden wir erst zu unserer eigentichen Bestimmung:
> Töchter und Söhne Gottes, des Vaters, zu sein. Dazu sind wir geschaffen.
> Durch unsere Trennung von Gott war der Weg dazu lange verbaut. Durch
> Jesus ist er frei. Wer zu ihm kommt und ein Christ, ein von Christus
> geprägter Mensch, wird, wird zugleich ein neuer Mensch. Das ist Gottes
> Einladung an jeden, an mich und an dich : Christ werden - Mensch sein.
> --
> Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
> http://newsgroups.freenet.de
>
>

Arbeit als Diener Christus

Gunther Schmidt (2003-07-28 06:50:18)

Michael Friedrich schrieb:

>Ich glaube, in dscw ist das besser aufgehoben.

Nein, ist es nicht! Tobias Gronauer hat seinen missionarischen Scheiß
mindestens dreizehnmal gepostet (siehe dazu auch Message-ID
). Da die Originalnachricht nicht mehr
vorhanden war, hat sie wohl jemand (fremd-)gacancelt; ein Vollzitat
ist daher unnötig.

>xpost und fup

Ignoriert.

Gruß,

Gunther