Finger weg von Sparkassen!

Finger weg von Sparkassen!

Karsten (2007-01-22 20:06:38)

Hallo Leute mit knapper Kasse,

diesen Beitrag schreibe ich in einem sehr genervten Zustand.
Heute habe versucht, jemanden vor einer Abschaltung der Gaszufuhr zu
bewahren. Es ging um einen relativ geringen Betrag von ca. 600 EUR der
der RWE geschuldet wurde. Als involviertes Finanzinstitut stand die
Sparkasse Detmold als Verhandlungspartner.

Ich bin zuerst davon ausgegangen, dass meine Gesprächspartner
verständige und vernünftige Leute wären, mit denen eine
Verhandlungslösung durchaus vorstellbar wäre. Das war weit gefehlt. Ich
musste erleben, dass beide Seiten, das heißt sowohl RWE als auch die
Sparkasse Detmold sich in keinster Weise als fairer Verhandlungspartner
erwiesen. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass man sich auf irgendeine
Weise bewegen wollte. Als Argumente wurden immer irgendwelche
Richtlinien hervorgezaubert an denen man sich halten müsse.
In Anbetracht des relativ geringen Betrages in Relation zu dem möglich
Schaden, der sich durch die Abschaltung ergeben hätte, kann ich nur
sagen, dass sich vor allen Dingen die Sparkasse in dieser Situation als
unflexibel erwiesen.
Letztlich hat sich der Mann das Geld von jemand anderem borgen müssen.
Die Sparkasse Detmold war seltsamerweise bereit, die Kuh die man melkte
letztendlich auch zu schlachten, obwohl sie auf den ersten Blick keinen
Vorteil davon hatte, da der Mann noch einen Baukredit laufen hatte und
die Sparkasse auch von regelmäßigen Zinszahlungen profitierte.

Da fiel mir eine Geschichte über die Sparkasse Werl ein, die mir jemand
erzählte, die ähnlich gelagert war. Die Sparkasse Werl hat
offensichtlich versucht einen Mann dort in die Insolvenz zu treiben, um
das Haus gewinnbringend verwerten zu können.
Der Hintergrund der Aktion ist der Wegfall der Gewährsträgerhaftung der
Kommunen für die Sparkassen im Rahmen des freien Wettbewerbs in Europa.
Die Gewährsträgerhaftung sorgte dafür, dass die Sparkassen ein praktisch
fast unbegrenztes haftendes Eigenkapital gegenüber den Geschäftsbanken
hatten. Nach Wegfall dieser Haftung der Kommunen ist die
Eigenkapitalausstattung der Sparkassen zu gering und damit die
Kreditvergabemöglichkeiten eingeschränkt. Diese dürfen wie alle Banken,
sofern es sich nicht um Kredite handelt, die nach Basel II behandelt
werden, nur das 8-fache des haftenden Eigenkapitals verleihen. Aber auch
bei Privatdarlehen werden ähnliche Kriterien wie bei Basel II angewandt,
d.h. also auch der sogenannte Risikogewichtungsfaktor. Jeder
Kreditnehmer wird zu Risikoklassen zugeordnet. Nach dieser Risikoklasse
richtet sich der Risikogewichtungsfaktor für den zu vergebenen Kredit.
Ist dieser Faktor größer als 1, dann handelt es sich um einen guten
Kunden. Multipliziert mit dem Faktor 8 ergibt sich zum Beispiel eine 10.
An diese Kunden darf das 10-fache des haftenden Eigenkapitals
ausgeliehen werden. Ist der Faktor kleiner 1, kann z.B. nur das 6-fache
des haftenden Eigenkapitals ausgeliehen werden. Das Vergabevolumen ist
hierbei also kleiner. Das Kreditinstitut kann in diesem Fall den
Ertragsverlust nur durch höhere Zinsen ausgleichen.

Da letzteres in erster Linie auf Menschen mit geringem Einkommen
zutrifft, wie z.B. ALG II-Empfänger, sind die Vergabemöglichkeiten hier
beschränkt. Das ist auch der Grund für die höheren Zinsen für Kredite
für Einkommensschwache.
Vor Basel II konnten die Kreditinstitute über eine Mischkalkulation die
Zinsen für einkommensschwache Personen auf die einkommensstärkeren
umverteilen, so dass bei der Kreditvergabe der sozialer Aspekt
berücksichtigt wurde. Die Starken haben also die Schwachen unterstützt.
Das klappte auch in einer Privatwirtschaft recht gut.
Heute erfolgt eine direkte Zurechnung des Risikos auf den einzelnen
Kreditnehmer mit dem obigen Erfolg des höheren Zinssatzes.

Bei Sparkassen ist durch den Wegfall der Gewährsträgerhaftung
verringerte Vergabevolumen dieser "asoziale Aspekt" besonders groß.
Daher rate ich persönlich allen einkommensschwachen Leuten und dazu
zählen besonders Arbeitslose, das Kreditinstitut zu wechseln, falls
dieses noch möglich ist.Bei bestehenden Krediten ist allgemein zu
beobachten, dass es kaum noch eine Unterstützung im Falle von
Liquiditätsengpässen vor allen Dingen bei Sparkassen gibt, wenn der
Kreditnehmer z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit in eine andere
Risikoklasse rutscht.

Allen, die noch nicht arbeitslos sind ist ebenfalls zu raten, sich erst
einmal die Eigenkapitalbasis des Kreditinstitutes anzuschauen und
Kredite nur dort aufzunehmen, wo genügend Eigenkapital für die
Kreditvergabe vorhanden ist. Generell gilt die Regel: "Finger weg von
den Sparkassen".

Ich habe Thema in dieses Brett gepostet obwohl es nur peripher mit
Arbeit zu tun aht, weil davon ausgehe, dass viele von euch ähnliche
Erfahrungen gemacht haben müssen.

Bis denne

Karsten

Finger weg von Sparkassen!

Arbaitslos (2007-01-22 20:41:04)


Finger weg von Sparkassen!

Roland Andres (2007-01-22 20:41:04)

> Hallo Leute mit knapper Kasse,
>
Naja, ... ich schreibe trotzdem :-)

> diesen Beitrag schreibe ich in einem sehr genervten Zustand.
Immer ganz ganz schlechte Voraussetzung.

> Heute habe versucht, jemanden vor einer Abschaltung der Gaszufuhr zu
> bewahren.
Das ist nett von Dir. Du bist sicherlich ein RA oder eingetragener
Schuldnerberater.

> Es ging um einen relativ geringen Betrag von ca. 600 EUR der
> der RWE geschuldet wurde.
Gering? Nunja, ich sehe das anders.

> Ich
> musste erleben, dass beide Seiten, das heißt sowohl RWE als auch die
> Sparkasse Detmold sich in keinster Weise als fairer Verhandlungspartner
> erwiesen. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass man sich auf irgendeine
> Weise bewegen wollte.
Verstehe ich nicht. Du hast Dich doch mit beiden Seiten unterhalten können
ohne das ein Mitarbeiter des RWE den Hahn zugedreht hat.

> Letztlich hat sich der Mann das Geld von jemand anderem borgen müssen.
Tja.

> Die Sparkasse Detmold war seltsamerweise bereit, die Kuh die man melkte
> letztendlich auch zu schlachten, obwohl sie auf den ersten Blick keinen
> Vorteil davon hatte, da der Mann noch einen Baukredit laufen hatte und
> die Sparkasse auch von regelmäßigen Zinszahlungen profitierte.
Einen Baukredit als Hart4ler? Beeindruckend.
Wahrscheinlich hat er den Kredit noch in Vollbeschäftigung erhalten. Dennoch
kann er nun seine lfd. Strom/Gasrechnungen nicht mehr zahlen? Mit Mathe hat
er es wohl nicht so.

>
> Da fiel mir eine Geschichte über die Sparkasse Werl ein, die mir jemand
> erzählte, .... CUT.
Meine Omi hat mir auch immer Geschichten erzählt, dafür interessiert sich
hier aber echt keiner.

>
> Da letzteres in erster Linie auf Menschen mit geringem Einkommen
> zutrifft, wie z.B. ALG II-Empfänger, sind die Vergabemöglichkeiten hier
> beschränkt. Das ist auch der Grund für die höheren Zinsen für Kredite
> für Einkommensschwache.
Öhemm Ja. Ist doch auch okay, oder.?

> Bei Sparkassen ist durch den Wegfall der Gewährsträgerhaftung
> verringerte Vergabevolumen dieser "asoziale Aspekt" besonders groß.
Entschuldige mal. Warum sollte denn bitte ein Kreditgeber ein soziales
Verhaltensmuster vorzeigen?
Den Kreditgeber hat nur folgendes zu interessieren:
Kann der Kreditnehmer seine Schuld zurückzahlen?
Ist der Kredit an ihn raus?
Ist seine Rückzahlung eingegangen?

> Daher rate ich persönlich allen einkommensschwachen Leuten und dazu
> zählen besonders Arbeitslose, das Kreditinstitut zu wechseln, falls
> dieses noch möglich ist.
Wieso? Und vorallem wohin sollten die denn wechseln?

> Bei bestehenden Krediten ist allgemein zu
> beobachten, dass es kaum noch eine Unterstützung im Falle von
> Liquiditätsengpässen vor allen Dingen bei Sparkassen gibt, wenn der
> Kreditnehmer z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit in eine andere
> Risikoklasse rutscht.
Ja und? Wenn ich mir morgen ein Haus kaufen will und brauche nochmal extra
100.000, weil mich ein privates Kino im Haus aufg***t, dann gehe ich zu
meinem Kundenberater und unterschreibe den Vertrag, oder unterschreibe
nicht den Vertrag und kaufe mir halt kein Kino. Mich interessiert dabei
überhaupt nicht ob es meinem Kundenberater gut geht oder er gerade vor dem
abkratzen steht. Mich interessiert nur der Vertrag und was ich zu zahlen
habe. Genauso sieht es mein Kundenberater auch und das ist auch okay so.

>
> Allen, die noch nicht arbeitslos sind ist ebenfalls zu raten, sich erst
> einmal die Eigenkapitalbasis des Kreditinstitutes anzuschauen und
> Kredite nur dort aufzunehmen, wo genügend Eigenkapital für die
> Kreditvergabe vorhanden ist. Generell gilt die Regel: "Finger weg von
> den Sparkassen".
Nun wirst Du aber mal richtig lustig. Der Kreditnehmer soll sich erstmal das
Eigenkapital der Bank anschauen?
Wozu soll das denn gut sein?

Hilfreicher wäre es wohl, erstmal das eigene Kapital zu betrachten und
danach eine vernüftige Kosten-/Leistungsrechnung aufzustellen oder
aufstellen zu lassen.

>
> Ich habe Thema in dieses Brett gepostet obwohl es nur peripher mit
> Arbeit zu tun aht, weil davon ausgehe, dass viele von euch ähnliche
> Erfahrungen gemacht haben müssen.
Neee habe ich wirklich nicht und werde ich auch nicht haben. Jedenfalls
nicht bevor mir Alzheimer meine Mathekenntnisse klaut.

> Bis denne
>
> Karsten
Jau ..
Roland
--
SuSE 9.3 prof - KDE - LAMP - Kontact - OpenOffice - VDR - Nexus-S 2.2
www.elmi42.de.vu
... es ist alles nur ein Traum ... (c)

Finger weg von Sparkassen!

Juergen Klein (2007-01-22 21:03:50)

Hallo Karsten ,

> Hallo Leute mit knapper Kasse,
>
> diesen Beitrag schreibe ich in einem sehr genervten Zustand.
> Heute habe versucht, jemanden vor einer Abschaltung der Gaszufuhr zu
> bewahren. Es ging um einen relativ geringen Betrag von ca. 600 EUR der
> der RWE geschuldet wurde. Als involviertes Finanzinstitut stand die
> Sparkasse Detmold als Verhandlungspartner.
>
> Ich bin zuerst davon ausgegangen, dass meine Gesprächspartner
> verständige und vernünftige Leute wären, mit denen eine
> Verhandlungslösung durchaus vorstellbar wäre. Das war weit gefehlt. Ich
> musste erleben, dass beide Seiten, das heißt sowohl RWE als auch die
> Sparkasse Detmold sich in keinster Weise als fairer Verhandlungspartner
> erwiesen.

Also solltest Du diese Sparkasse doch eher empfehlen - jedenfalls für
Leute, die ihr Geld lieber sicher anlegen wollen.

Wie Du auf die Idee kommst, daß eine Bank irgend ein Interesse daran
hat, daß irgendwem das Gas nicht abgedreht wird, ist mir rätselhaft.

> Allen, die noch nicht arbeitslos sind ist ebenfalls zu raten, sich erst
> einmal die Eigenkapitalbasis des Kreditinstitutes anzuschauen und
> Kredite nur dort aufzunehmen, wo genügend Eigenkapital für die
> Kreditvergabe vorhanden ist. Generell gilt die Regel: "Finger weg von
> den Sparkassen".

Ich schätze die Sparkasse auch nicht wirklich. Die Art, wie Du das hier
rüber bringen willst, hat für meinen Geschmack aber schon was von
Geschäftsschädigung an sich.

--
Jürgen

Finger weg von Sparkassen!

Karsten (2007-01-22 23:44:29)

Roland Andres schrieb:

> > Hallo Leute mit knapper Kasse,
> >
> Naja, ... ich schreibe trotzdem :-)
>
> > diesen Beitrag schreibe ich in einem sehr genervten Zustand.
> Immer ganz ganz schlechte Voraussetzung.
>
> > Heute habe versucht, jemanden vor einer Abschaltung der Gaszufuhr zu
> > bewahren.
> Das ist nett von Dir. Du bist sicherlich ein RA oder eingetragener
> Schuldnerberater.

Wurde nur um Hilfe gebeten und ich denke dazu muss man nicht weder das eine noch
das andere sein.

>
>
> > Es ging um einen relativ geringen Betrag von ca. 600 EUR der
> > der RWE geschuldet wurde.
> Gering? Nunja, ich sehe das anders.

Kommt immer auf das Verhältnis an. Für die Sparkasse sicher gering, für
Normalmenschen vielleicht nicht ganz so.

>
>
> > Ich
> > musste erleben, dass beide Seiten, das heißt sowohl RWE als auch die
> > Sparkasse Detmold sich in keinster Weise als fairer Verhandlungspartner
> > erwiesen. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass man sich auf irgendeine
> > Weise bewegen wollte.
> Verstehe ich nicht. Du hast Dich doch mit beiden Seiten unterhalten können
> ohne das ein Mitarbeiter des RWE den Hahn zugedreht hat.
>
> > Letztlich hat sich der Mann das Geld von jemand anderem borgen müssen.
> Tja.
>
> > Die Sparkasse Detmold war seltsamerweise bereit, die Kuh die man melkte
> > letztendlich auch zu schlachten, obwohl sie auf den ersten Blick keinen
> > Vorteil davon hatte, da der Mann noch einen Baukredit laufen hatte und
> > die Sparkasse auch von regelmäßigen Zinszahlungen profitierte.
> Einen Baukredit als Hart4ler? Beeindruckend.
> Wahrscheinlich hat er den Kredit noch in Vollbeschäftigung erhalten. Dennoch
> kann er nun seine lfd. Strom/Gasrechnungen nicht mehr zahlen? Mit Mathe hat
> er es wohl nicht so.

Bei Hausbau vollbeschäftigt, aber wie viele andere auch in die Arbeitslosigkeit
geraten.
Das wenig mit Mathe zu tun, sondern eher mit Pech. Ich glaube kaum, dass du ein
Haus durch Mathe allein abbezahlt bekommst.

>
>
> >
> > Da fiel mir eine Geschichte über die Sparkasse Werl ein, die mir jemand
> > erzählte, .... CUT.
> Meine Omi hat mir auch immer Geschichten erzählt, dafür interessiert sich
> hier aber echt keiner.

Dieses ist auch nicht das Brett für Omis.

>
>
> >
> > Da letzteres in erster Linie auf Menschen mit geringem Einkommen
> > zutrifft, wie z.B. ALG II-Empfänger, sind die Vergabemöglichkeiten hier
> > beschränkt. Das ist auch der Grund für die höheren Zinsen für Kredite
> > für Einkommensschwache.
> Öhemm Ja. Ist doch auch okay, oder.?
>
> > Bei Sparkassen ist durch den Wegfall der Gewährsträgerhaftung
> > verringerte Vergabevolumen dieser "asoziale Aspekt" besonders groß.
> Entschuldige mal. Warum sollte denn bitte ein Kreditgeber ein soziales
> Verhaltensmuster vorzeigen?
> Den Kreditgeber hat nur folgendes zu interessieren:
> Kann der Kreditnehmer seine Schuld zurückzahlen?
> Ist der Kredit an ihn raus?
> Ist seine Rückzahlung eingegangen?

Ich denke einmal, dass der Kreditgeber auch eine gewisse Mitwirkungspflicht hat,
damit der Kreditnehmer in die Lage versetzt wird, den Kredit zurückzahlen zu
können.

>
>
> > Daher rate ich persönlich allen einkommensschwachen Leuten und dazu
> > zählen besonders Arbeitslose, das Kreditinstitut zu wechseln, falls
> > dieses noch möglich ist.
> Wieso? Und vorallem wohin sollten die denn wechseln?

das wo sollte ersetzt werden, durch die Frage: Können die überhaupt noch.

>
>
> > Bei bestehenden Krediten ist allgemein zu
> > beobachten, dass es kaum noch eine Unterstützung im Falle von
> > Liquiditätsengpässen vor allen Dingen bei Sparkassen gibt, wenn der
> > Kreditnehmer z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit in eine andere
> > Risikoklasse rutscht.
> Ja und? Wenn ich mir morgen ein Haus kaufen will und brauche nochmal extra
> 100.000, weil mich ein privates Kino im Haus aufg***t, dann gehe ich zu
> meinem Kundenberater und unterschreibe den Vertrag, oder unterschreibe
> nicht den Vertrag und kaufe mir halt kein Kino. Mich interessiert dabei
> überhaupt nicht ob es meinem Kundenberater gut geht oder er gerade vor dem
> abkratzen steht. Mich interessiert nur der Vertrag und was ich zu zahlen
> habe. Genauso sieht es mein Kundenberater auch und das ist auch okay so.

Toller Kundenberater, da kann ich mich auch selbst beraten.
Wieder ein Vorschlag zum Abbau eines Arbeitsplatzes.

>
>
> >
> > Allen, die noch nicht arbeitslos sind ist ebenfalls zu raten, sich erst
> > einmal die Eigenkapitalbasis des Kreditinstitutes anzuschauen und
> > Kredite nur dort aufzunehmen, wo genügend Eigenkapital für die
> > Kreditvergabe vorhanden ist. Generell gilt die Regel: "Finger weg von
> > den Sparkassen".
> Nun wirst Du aber mal richtig lustig. Der Kreditnehmer soll sich erstmal das
> Eigenkapital der Bank anschauen?
> Wozu soll das denn gut sein?

Um zu verhindern, dass man Kredite bei einem Pleiteunternehmen aufnimmt, die
selbst in der Klemme stecken und ihre eigenen Probleme auf andere abwälzen. Das
ist doch klar, wenn mir jemand Geld schuldet und ich einem anderen ebenfalls
Geld schulde und der nun dieses unbedingt wieder haben will, dann bin ich
gezwungen, meinem Schulder auf die Füße zu treten, damit er zahlt, was als
Resultat hat, dass ich zahlen kann.

>
>
> Hilfreicher wäre es wohl, erstmal das eigene Kapital zu betrachten und
> danach eine vernüftige Kosten-/Leistungsrechnung aufzustellen oder
> aufstellen zu lassen.

Keine Frage.

>
>
> >
> > Ich habe Thema in dieses Brett gepostet obwohl es nur peripher mit
> > Arbeit zu tun aht, weil davon ausgehe, dass viele von euch ähnliche
> > Erfahrungen gemacht haben müssen.
> Neee habe ich wirklich nicht und werde ich auch nicht haben. Jedenfalls
> nicht bevor mir Alzheimer meine Mathekenntnisse klaut.

Jetzt verstehe ich den Begriff Altersarmut. ;-)

>
>
> > Bis denne
> >
> > Karsten
> Jau ..
> Roland
> --
> SuSE 9.3 prof - KDE - LAMP - Kontact - OpenOffice - VDR - Nexus-S 2.2
> www.elmi42.de.vu
> ... es ist alles nur ein Traum ... (c)

Bis denne

Karsten

Finger weg von Sparkassen!

Karsten (2007-01-23 00:25:34)

hallo Jürgen,

Juergen Klein schrieb:

> Hallo Karsten ,
>
> > Hallo Leute mit knapper Kasse,
> >
> > diesen Beitrag schreibe ich in einem sehr genervten Zustand.
> > Heute habe versucht, jemanden vor einer Abschaltung der Gaszufuhr zu
> > bewahren. Es ging um einen relativ geringen Betrag von ca. 600 EUR der
> > der RWE geschuldet wurde. Als involviertes Finanzinstitut stand die
> > Sparkasse Detmold als Verhandlungspartner.
> >
> > Ich bin zuerst davon ausgegangen, dass meine Gesprächspartner
> > verständige und vernünftige Leute wären, mit denen eine
> > Verhandlungslösung durchaus vorstellbar wäre. Das war weit gefehlt. Ich
> > musste erleben, dass beide Seiten, das heißt sowohl RWE als auch die
> > Sparkasse Detmold sich in keinster Weise als fairer Verhandlungspartner
> > erwiesen.
>
> Also solltest Du diese Sparkasse doch eher empfehlen - jedenfalls für
> Leute, die ihr Geld lieber sicher anlegen wollen.

Das kommt darauf an, denn die Volksbank z.B. bietet von vornherien den
Zinssatz für Tagesgeld, der bei Sparkassen erst ausgehandelt werden muss. Das
habe ich gerade erlebt.

>
>
> Wie Du auf die Idee kommst, daß eine Bank irgend ein Interesse daran
> hat, daß irgendwem das Gas nicht abgedreht wird, ist mir rätselhaft.

Von diesem Gasabdrehen sind leider noch ein paar Mietparteien betroffen,
die möglicherweise die Miete mindern könnten bzw. den Mietvertrag kündigen
könnten.
In diesem Fall entfallen die Einnahmen, bei denen am Schluss der
"Nahrungskette" die Sparkasse steht.

>
>
> > Allen, die noch nicht arbeitslos sind ist ebenfalls zu raten, sich erst
> > einmal die Eigenkapitalbasis des Kreditinstitutes anzuschauen und
> > Kredite nur dort aufzunehmen, wo genügend Eigenkapital für die
> > Kreditvergabe vorhanden ist. Generell gilt die Regel: "Finger weg von
> > den Sparkassen".
>
> Ich schätze die Sparkasse auch nicht wirklich. Die Art, wie Du das hier
> rüber bringen willst, hat für meinen Geschmack aber schon was von
> Geschäftsschädigung an sich.

Ich denke, dass sie sich das Geschäft schon selbst genug schädigen, da muss
ich nicht noch nachhelfen.
Dieses ist wie gesagt auch kein Einzelfall. Ich könnte hier eine ganze Reihe
von Problemen aufzählen,
die von Sparkassen verursacht wurden, bzw. einfach ausgesessen wurden, ohne
eine Lösung zu erarbeiten.
das letzte allgemein bekannte Problem war jenes mit der sehr späten
Grundbucheintragung das vor kurzem durch die Presse ging.
Hätte die Sparkasse ein echtes Interesse an dem Kunden (ein Bauunternehmen )
gehabt hätte sie dem Baunternehmen hierbei
Hilfestellung geleistet. Auch im Grundbuchamt wäre das Problem früher erkannt
worden. Das sind mangelnde Mitwirkungspflichten seitens des Kreditgebers.
Jetzt ist die Situation so, dass das Bauunternehmen pleite ist, die
Sparkassse ihren Kreditausfall vom Grundbuchamt einklagen muss und das
Grundbuchamt zahlen darf.
Das Prinzip der Sparkassen beruht noch auf dem alten Beamtenmikado: Wer sich
rührt, hat verloren.

Weitere "Erfolgserlebnisse":

Sehr lahm bei Ausstellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft bei einem
Bauvorhaben.
"Das hätten Sie aber uns schon ein halbes Jahr früher sagen können"
Unverständnis bei der Interpretation von Bürgschaftstexten (hier Streitpunkt
"Hinterlegungsklausel")
Die eine Sparkasse fügt Hinterlegungsklausel ein, die andere weiß damit
nichts anzufangen bis der Chef aus dem Urlaub zurück ist.
Wissen Businessplan und Realsicherheiten für Projekte nicht entsprechend zu
würdigen. Verspätete Kreditauszahlung bringt Unternehmen an den Rand der
Insolvenz.

Ich denke, dass ich darüber inzwischen ein ganzes Buch schreiben könnte.

der Grund dafür so denke ich, liegt in dem verstärkten Einsatz von
Billigkräften, da bleibt die Qualität auf der Strecke.
Man trifft auch immer stärker auf Leute mit eingeschränkten Kompetenzen.
Spielräume für Verhandlungen sind in dem engen Rahmen, den die Leute
vorgegeben bekommen, meist nicht mehr drin. Entweder die Angelegenheit passt
in die Kategorie oder sie passt nicht.
Dieser Art von Mechanisierung ist die Menschlichkeit vielfach zum Opfer
gefallen.

Mit anderen Banken hatte ich bislang nie die Probleme gehabt.

Wenn also von Geschäftsschädigung die Rede ist, dann sollten erst einmal die
Leute ins Auge gefasst werden, die den Zustand hervorgerufen haben.

Bis demnächst

Karsten

Finger weg von Sparkassen!

Arnold Schiller (2007-01-23 00:46:36)

Roland Andres:

> Entschuldige mal. Warum sollte denn bitte ein Kreditgeber ein soziales
> Verhaltensmuster vorzeigen?

Weil man einen Nobelpreis dafür bekommen kann und dabei sogar noch Geld
dabei verdient siehe Grameen-Bank?

Das war auch mal vor die Idee und Geschichte der Genossenschaftsbanken.
Weil auf dem freien Kapitalmarkt für Arme oder Bauern oder sonstwie kein
Geld zu haben wahr, schlossen sie sich zur Genossenschaft zusammen, die
sich gegeneinander Geld liehen. Verwegene Ideen von Menschen wie Friedrich
Wilhelm Raiffeisen zur Selbsthilfe führten zu solchen Kreditinstituten.
Ob sie nun in der Nachfolge Raiffeisen - Banken oder Spar - Kassen
hiessen, sei mal dahingestellt, die Grameen-Bank ist also eine alte Idee,
die nur wieder neu geboren wurde und weil die Sparkassen, Volks- und
Raifeisenbanken vergessen haben, warum sie überhaupt gegründet wurden,
wäre die logische Konsequenz, wieder von vorne zu beginnen.

Wie nennen wir es nun? Armen-Kasse? Garmeenbanken? Und in 100 Jahren
müssen dann wieder neue Institiutionen gegründet werden, weil dann die
Armenkassen und Grameenbanken zu Sparkassen und Raiffeisenbanken mutiert
sind?

Warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, warum sollten sie
nur - ja warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, erst Geld
klauen und danach so tun, als ob sie nie etwas mit sozial zu tun hätten,
obwohl das genau das ihr Ursprung war, sobald Geld im Spiel ist, geht
jegliche Moral über den Jordan.

GrÃ¼Ãźe,
Arnold

Finger weg von Sparkassen!

Karsten (2007-01-23 14:42:35)

Hallo Arnold,

Arnold Schiller schrieb:

> Roland Andres:
>
> > Entschuldige mal. Warum sollte denn bitte ein Kreditgeber ein soziales
> > Verhaltensmuster vorzeigen?
>
> Weil man einen Nobelpreis dafür bekommen kann und dabei sogar noch Geld
> dabei verdient siehe Grameen-Bank?
>
> Das war auch mal vor die Idee und Geschichte der Genossenschaftsbanken.
> Weil auf dem freien Kapitalmarkt für Arme oder Bauern oder sonstwie kein
> Geld zu haben wahr, schlossen sie sich zur Genossenschaft zusammen, die
> sich gegeneinander Geld liehen. Verwegene Ideen von Menschen wie Friedrich
> Wilhelm Raiffeisen zur Selbsthilfe führten zu solchen Kreditinstituten.
> Ob sie nun in der Nachfolge Raiffeisen - Banken oder Spar - Kassen
> hiessen, sei mal dahingestellt, die Grameen-Bank ist also eine alte Idee,
> die nur wieder neu geboren wurde und weil die Sparkassen, Volks- und
> Raifeisenbanken vergessen haben, warum sie überhaupt gegründet wurden,
> wäre die logische Konsequenz, wieder von vorne zu beginnen.
>
> Wie nennen wir es nun? Armen-Kasse? Garmeenbanken? Und in 100 Jahren
> müssen dann wieder neue Institiutionen gegründet werden, weil dann die
> Armenkassen und Grameenbanken zu Sparkassen und Raiffeisenbanken mutiert
> sind?
>

Das ist die Entwicklungsgeschichte der Raiffeisenbanken und Sparkassen.
Ich gehe davon aus, dass wir hier in Deutschland ebenso wieder einen Bedarf
an
einer "Garmeenbank" haben. Gerade wenn es sich um kurzfristige Kredite
handelt,
die vorübergehende Liquiditätsengpässe beseitigen oder Notsituationen
verhindern,
wäre ein solches Institut durchaus angebracht.
Vor nicht allzu langer Zeit haben auch die Sparkassen damals in DM noch
kommentarlos
Überziehungen in Höhe von ca. 600 DM kurzfristig zugelassen. Man zahlte dafür
zwar einen
höheren Zinssatz, konnte Engpassfälle damit ausgleichen. Das war noch die Zeit
als die Sparkassen
sich noch in einer sozialen Verantwortung sahen und von den Gewährsträgern
gestützt wurden.

Ich sage hier auch nicht, dass die Schuld allein bei den Sparkassen liegt.
Sie liegt vielmehr in den europäischen Wettbewerbsregeln begründet, die den
Sparkassen aufgelegt haben,
die Kommunen aus der Gewährsträgerhaftung zu entlassen. Damit sind diese aus
der sozialen Rückendeckung heraus
und müssen sich relativ unvorbereitet dem freien Wettbewerb stellen, in dem
sich die Geschäftsbanken schon lange befinden.
Diese Phase der Umstellung, die sich noch etliche Jahre hinziehen und mit
weiteren Fusionen verbunden sein wird,
führt letztendlich zu den genannten Restriktionen. Diese wirken sich gerade
negativ auf die Kreditvergabe
bei wirklich Bedürftigen aus und zwar stärker als bei den übrigen
Kreditinstituten.

Um solche Fälle nicht mehr aufkommen zu lassen, muss nicht unbedingt eine neue
Bank gegründet werden,
es genügt ein "Hilfefond", der durchaus von den örtlichen Sparkassen verwaltet
werden kann und für Schnellkredite
in Ausnahmesituationen in Anspruch genommen werden kann. Selbstverständlich
ist klar, dass solche Risikokredite auch einem höheren Zinssatz unterliegen
müssen. Auch der Zinssatz der Grameenbank ist mit bis zu 20 % p.a. nicht
gerade gering,
allerdings auch abhängig vom Verwendungszweck.
Dieses schafft die Motivation zur schnellen Tilgung. Außerdem könnten solche
Kredite generell in der Höhe begrenzt sein.
Es sollte hier also dringend einmal geprüft werden, ob solche Fonds von der
öffentlichen Hand gestützt werden könnten, ohne dass die
Sparkassen gegen europäische Richtlinien verstoßen. Denn es handelt sich
hierbei um einen Markt,
der außerhalb des gewöhnlichen Kapitalmarktes steht. Dieser Markt wird derzeit
beschränkt durch Pfandleiher wie z.B.
Holzapfel in München bedient.

>
> Warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, warum sollten sie
> nur - ja warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, erst Geld
> klauen und danach so tun, als ob sie nie etwas mit sozial zu tun hätten,
> obwohl das genau das ihr Ursprung war, sobald Geld im Spiel ist, geht
> jegliche Moral über den Jordan.

Wie oben schon beschrieben, ein soziales Verhaltensmuster können sie derzeit
gar nicht zeigen.
Schlimmer noch, sie zerstören ihre eigenen Einnahmequellen durch zu starke
Restriktionen.
daher empfehle ich weiter für die nächsten Jahre, wenn sich nichts ändern
sollte:
Finger weg von den Sparkassen.

Aber gleichzeitig mit einem warnenden Finger in Richtung Politik: Last euch
schnell was einfallen.

Bis denne

Karsten

Finger weg von Sparkassen!

Arnold Schiller (2007-01-23 17:41:43)

Karsten:

>> Warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, warum sollten sie
>> nur - ja warum sollten sie ein soziales Verhaltensmuster zeigen, erst Geld
>> klauen und danach so tun, als ob sie nie etwas mit sozial zu tun hÃ